Freitag, 4. September 2015

Brief an meine große Tochter


Meine allerliebste Fiona von der ganzen Welt,


morgen ist dein großer Tag, deine Einschulung, auf die du nun schon so lange wartest.
Am liebsten wärst du letztes Jahr schon zur Schule gekommen. Eine Rückstellung (weil du mit 5 Jahren eingeschult wirst) wäre für uns nicht in Frage gekommen. Du bist zwar sehr gerne in den Kindergarten gegangen, aber man hat im letzten Jahr deutlich gemerkt, dass du endlich lernen willst. Obwohl wir es zwischendurch immer mal wieder probiert haben, hat dich das Lesen nicht so interessiert. Diesen Sommer auf Kreta ist dann plötzlich der Knoten geplatzt! Mit einer "Zaubertafel" hast du auf ein Mal gelesen und auch selber geschrieben, wie du es hörst: BLUME, QUALE, GOMIBAL, LIGE, PUL, MERESTIR und viele andere süße Kreationen.

Du bist fest entschlossen, später Quallenforscherin zu werden und alle aus deinem Umkreis wissen das. In den Geschenken zu deiner Einschulung wird sich das widerspiegeln: von der Kuschelqualle über Quallenlexika bis zur Quallenlampe. Es gibt kaum etwas, das dich so fasziniert wie diese Tiere. Du kommst regelmäßig mit "iPaddy" zu mir und möchtest, dass ich "Quallen" google. Dann schaust du dir stundenlang Filme und wissenschaftliche Dokumentationen an und verblüffst fremde Leute mit deinem Wissen, wie z.B. letzte Woche in Binz am Ostseestrand. Ich sah dich von Weitem aus meinem Strandkorb am Ufer stehen, eine Traube Erwachsene um dich herum. Du erklärtest mit großen Augen, einer Qualle in der Hand und wichtigen Gesten, dass die Ringe zwar Ohren heißen, in Wahrheit aber ihre Geschlechtsorgane seien. Und gleichzeitig warntest du in deinem Vortrag vor der gefährlichen Irukandji-Qualle und der Portugiesischen Galeere.


Ich finde wahnsinnig toll und beeindruckend, wie du dich für Dinge begeistern kannst und wie konzentriert und ehrgeizig du deine Ziele verfolgst. Schweinebaumel an der Reckstange hast du dich lange nicht getraut, hast es aber so lange probiert, bis es endlich geklappt hat. Und dann hast du mir beschrieben, wie dein Mut im Bauch gekitzelt hat, als du zum ersten Mal losgelassen hast.

Du bist seit gut 8 Monaten große Schwester vom kleinen F, und zwar die tollste auf der ganzen Welt! Du singst für sie, kuschelst mit ihr und drückst sie ganz fest, wenn ihr euch morgens zum ersten Mal seht oder sie nachmittags beim Abholen dabei ist. Du "liest" ihr Bücher vor, hilfst beim Füttern und spielst in der Wanne geduldig mit ihr Ball ("Nein, zu MIR! Nicht in den Mund!"). Und ich kann mein Glück kaum fassen, wenn ich euch beide zusammen sehe, meine beiden wunderschönen Mädchen.
In manchen Momenten, wenn deine Schwester dir mal wieder besonders ähnlich sieht, sehe ich wieder die kleine Nono vor mir, die am ersten Geburtstag mit wenig Haaren in dem gleichen Hochstuhl gesessen und die Hände vor Freude in die Luft gestreckt hat. Paradoxe Zeitrechnung mit Kindern: eine Ewigkeit und irgendwie doch nur ein Augenblick.



Ich habe dir letztens einen Flyer vorgelesen, den wir von der Grundschule bekommen haben. Auf dem steht, was zukünftige Erstklässler können sollten. Dass du noch keine Schleife binden konntest, hat dir keine Ruhe gelassen und du hast geübt, bis es ging. Jetzt kann die Schule starten!

Im Juni hattest du dein großes Jahresabschlusskonzert mit der Melodica. Noch zu Weihnachten hast du bei der Probe zwar alles mitgespielt, aber beim eigentlichen Konzert wolltest du lieber vom Publikum aus zusehen. Lampenfieber? Davon war im Sommer nichts mehr zu merken! Souverän und selbstbewusst hast du ganz vorne links im Orchester auf der Bühne gesessen und dein erstes großes Konzert gespielt. Mein kleines Mädchen. So groß. Dass du dir hinterher am gleichen Tag den Arm gebrochen hast und wir den Abend im Krankenhaus verbracht haben, ist allerdings die nicht so schöne Erinnerung.


Ein komisches Alter ist das - man hat ein bisschen das Gefühl, als hättest du deinen Körper momentan nicht im Griff. Arme und Beine wirken unverhältnismäßig lang und nicht selten haust du dir deine Extremitäten irgendwo an oder stolperst über deine eigenen Füße. Erst letztens haben wir ein nagelneues Spiel ausprobiert namens "Alles Banane", bei dem man mit einer gelben Holzbanane pantomimisch Gegenstände darstellen muss. Bei deiner ersten Vorführung hast du dich mit ausgestrecktem Arm gedreht und hast prompt am Türrahmen eine Ecke an der Banane abgeschlagen, weil du noch nicht wusstest, wie groß dein Armradius inzwischen geworden ist...

Vor einigen Wochen waren auch deine Launen extremer; du hast wegen Kleinigkeiten gezickt und gemotzt und wurdest nur noch wütender, wenn man dir Hilfe angeboten hat. Zum Beispiel wolltest du ein weißes Blatt Papier in deinem Rucksack mitnehmen, wolltest aber nicht, dass es knautschig wird. Ich riet dir, es einmal ordentlich zu falten und in dein Malbuch reinzulegen, damit es nicht knickt. Du bist ausgerastet, weil es nicht ganz in das Malbuch passte und ein kleines Stück Papier noch überstand. Als ich sagte, dass es trotzdem nicht so knicken würde als wenn du es "nackt" in den Rucksack steckst, warst du bockig und wolltest weder Malbuch noch Papier mitnehmen. Ich war traurig, dass du mich so anzickst und dich wütend aufs Bett wirfst, wenn ich dir nur helfen will. Aber wir haben darüber geredet und uns ganz fest in den Arm genommen. Blöde Vorschulpubertät.
Du stehst zur Zeit total auf Tattoos und findest von deiner Lieblings-CD "Eule findet den Beat" Punkmusik am Coolsten ("Die putzen sich mit Schokolade die Zähne und kämmen sich nicht die Haare!").


In den letzten ca. 2 Monaten hattest du nachts wieder Probleme beim Einschlafen. Trotz Nachtlicht, Gute-Nacht-Kuss, Hörspiel, Schlafmilch und Wärmekissen riefst du bis 22.30 Uhr nach uns und konntest einfach nicht einschlafen, obwohl du müde warst. Oft hast du auch in der Nacht nach mir gerufen, dann bin ich zu dir gekommen und habe dich getröstet, weil du Albträume hattest. Deinen Wunsch, mit in mein Bett zu kommen, würde ich dir niemals abschlagen. So schliefen wir dann auf 90cm zu dritt: ein Baby, das im Schlaf aus unerklärlichen Gründen nicht nur 75cm lang, sondern auch ebenso breit ist, ein 1,21m langes Vorschulkind und am Fußende zusammengerollt eine Mama mit "Isch habe Rücken" am nächsten Morgen. Oft ist Papa ein paar Nächte ins Wohnzimmer umgezogen, damit du in seinem Bett schlafen konntest. Das war die Sicherheit, die du brauchtest in der Zeit, in der du kein Kindergartenkind mehr, aber auch noch kein Schulkind warst. Neben der unbändigen Vorfreude auf den neuen, aufregenden Lebensabschnitt ist da ganz bestimmt auch ein bisschen Unsicherheit und Angst vor dem Unbekannten. Das ist ganz normal. Wir sind für dich da!

Schon mehrfach wurdest du von Bekannten aber auch von Fremden gefragt, ob du in die Schule kommst. Wenn du stolz mit "JA!" geantwortet hast, kam nicht selten der Kommentar mit dem "Ernst des Lebens", der jetzt losgehen würde. Wir haben ausführlich darüber gesprochen und ich habe dir erklärt, dass das meistens alte Leute sagen, die keine Ahnung haben, dass jetzt kein Ernst, sondern der wahre Spaß beginnt! Der Ernst des Lebens ist von mir aus die erste Steuererklärung, aber doch nicht der erste Schultag! Du weißt das inzwischen besser und grinst nur noch wissend, wenn dein Schulbeginn wieder ein Mal unqualifiziert kommentiert wird.


Der Osterhase hat in diesem Jahr deine Schulmappe mitgebracht, ein wunderschönes Exemplar in rot/rosa mit Herzen. Zeitlos und mädchenhaft mit einem einfachen Magnetverschluss. Seitdem hatten wir genug Zeit zum Üben der Abläufe und haben x Mal Schule gespielt. Du hast mich regelrecht verpflichtet, an den Nachmittagen Schulaufgaben vorzubereiten. Beim Klingeln kamst du mit deinem Rucksack ins Wohnzimmer stolziert, hast gewissenhaft die ersten Rechen-, Schreib- und Malaufgaben gelöst und deine Schulstifte eingeweiht.


Ende Juni wurdet ihr von der Grundschule zum "Schnuppertag" eingeladen, an dem ihr euch morgens in der Schule getroffen, eure Klassenlehrerin kennengelernt und in den Schulalltag reingeschnuppert habt. Ganz aufgeregt hast du mir von diesem Tag erzählt und wusstest vor lauter Eindrücken gar nicht, wo du anfangen sollst!

In dieser Woche hat in Berlin die Schule wieder begonnen, das heißt für dich, du darfst schon 5 Tage vor der Einschulung in den Schulhort gehen, Klassenkameraden kennenlernen, im Klassenzimmer spielen, malen, bauen, kneten, auf dem Spielplatz rutschen, klettern und all die schönen Dinge ausprobieren, die dann auch im Schulalltag auf dich warten. Wenn ich dich morgens zur Schule bringe, staune ich über dieses große Kind mit einem Schul- und einem Wackelzahn, das federnden Schrittes auf das Hortgebäude zu geht und nachmittags so glücklich und übersprudelnd von seinem Tag erzählt.

Und in diesen Momenten habe ich auch ein wenig Angst vor morgen und würde, wenn ich könnte, vielleicht auch nochmal zu meiner Mama ins Bett kriechen nachts. Ich freue mich so sehr für dich, dass es jetzt endlich weitergeht, dass etwas Neues anfängt und du nicht mehr zu den Kleinen gehörst. Das lachende Auge kann es kaum erwarten, dich vom ersten Schultag abzuholen und deine erste Hausaufgabe mit dir gemeinsam zu lösen.
Das weinende Auge sucht währenddessen schon mal die Taschentücher raus und bereitet sich seelisch und moralisch auf den Moment vor, in dem das große Mädchen in seinem wunderschönen Kleid mit Blume in der Hand und Schulmappe auf dem Rücken aufgerufen wird, zu seiner Klassenlehrerin geht und nochmal verschwörerisch zwinkert, wenn es mit der Klasse die Turnhalle verlässt. Schnief! Gut, dass ich ein Baby zum Dran-Festhalten dabei habe, wenn du, mein großes Kind, fliegen lernst...

Liebe Fiona, 
ich wünsche dir eine wundervolle Einschulung, einen ganz tollen Schulstart und freue mich auf den neuen Lebensabschnitt! Bleib so mutig, abenteuerlustig und wissbegierig wie du bist!
Ich liebe dich,
deine Mama


Hier sind zwei Perlen, 
in groß und in klein.
Denn dein erster Schultag,
wird diesen Herbst sein.

Ich trage die große,
und denke an dich,
du hast die kleine
und denkst auch an mich!

Und dann in der Schule
ist's wie Zauberei:
beim Spielen und Lernen
hast du mich dabei!

Donnerstag, 3. September 2015

Mein Kreta-Bilderbuch

Ich fand die Idee des Ostsee-Bilderbuches bei Berlinmittemom so süß, dass ich sie direkt übernommen habe und euch jetzt endlich, fast 4 Wochen nach unserer Rückkehr, das Kreta-Bilderbuch zeigen möchte. Wir waren zum ersten Mal auf der schönen griechischen Insel und sind restlos begeistert und total verliebt in Land und Leute!



Und dann dieses befreiende Gefühl beim ersten Blick auf's Meer...


 


 

Aus dem Salzwasserpool war Fiona nur mit reichlich Überzeugungsarbeit zu den Mahlzeiten rauszubekommen. Ansonsten übte sie unermüdlich Schwimmen, Tauchen, Springen und: Handstand!
Ach ja, und die aufblasbare Qualle, die uns gleich am zweiten Tag im Supermarkt begegnet war, wurde selbstverständlich adoptiert...


An der Bar fühlte sie sich wie zu Hause, bestellte (meistens nur mit Badeponcho bekleidet) Cinderella-Coktails und schlürfte die gemütlich auf ihrem Barhocker, von dem die Füße baumelten. So fühlt sich Urlaub an! Der sehnsuchtsvolle Blick gen Meer gilt übrigens dem Paragliding, Fallschirm-Fliegen. Und wer Fiona kennt, der ahnt, dass es nicht nur beim Blick geblieben ist...



"Isn't she afraid?" wollte man von mir wissen, während das kleine Mädchen mit der großen Schwimmweste auf dem Meer von der Banane aufs Motorboot kletterte.
Ich war selber überrascht, wie mutig sie mit ihren fast 6 Jahren ist, aber sie war tatsächlich fest entschlossen, mit mir gemeinsam Fallschirm zu fliegen.
Gesagt, getan. Auf dem Boot "zogen" wir das Fluggeschirr an, viele bunte Gurte mit Karabinern, gingen zum hinteren Teil des Schiffes, wurden festgemacht und dann fuhr das Boot los.


Wir blieben da, wo wir waren, schwebten aber am Fallschirm über dem Wasser in der Luft und wurden mit jedem Meter, den das Boot fuhr, weiter in den Himmel gehoben. Was für ein Gefühl! Wir lachten und strahlten um die Wette. So fühlt sich Freiheit an! 
Der schönste Mama-Tochter-Moment des Urlaubs:
50m über der Küste Kretas mit einem atemberaubenden Blick auf die griechische Insel beschlossen wir in Ermangelung einer Kamera, diese Bilder für alle Ewigkeit in unseren Herzen zu behalten <3



Einen Tag fuhren wir mit einem Mietwagen in die malerische Hafenstadt Agios Nikolaos, bummelten ein bisschen, kauften Postkarten und genossen einen Eiskaffee in einem der süßen Cafés rund um den Binnensee in der Stadt, den Voulismeni-See.




Kreta ist unter anderem berühmt für sein einmalig schönes Meereszentrum, das CRETAquarium.
Das konnten wir unserem kleinen Meeresforscher natürlich nicht vorenthalten. Es war ganz anders, als z.B. das Sealife in Berlin, die Becken viel größer und das Arrangement insgesamt spektakulärer und wirklich sehenswert. Fiona war - wie immer - am meisten fasziniert von den Quallen. Dort gab es nicht nur ein Becken mit ausgewachsenen Quallen, sondern auch kleine Aquarien mit wirklich winzigen Baby-Jellyfish. Ich stehe ja nicht so auf Quallen wie mein Kind, aber die Minis waren tatsächlich fast ein bisschen niedlich :)






Fiona hat im Urlaub plötzlich zu lesen und zu schreiben begonnen, als ob ein Knoten geplatzt wäre. Auf einer Zaubertafel, die wir auf dem Hinflug von Condor geschenkt bekommen hatten, schrieb und malte sie, was das Zeug hielt. Nach der Reise waren von der Tafel wegen des starken Gebrauchs nur noch Einzelteile übrig. Sogar das Spiel mit dem Galgenmännchen probierten wir alle gemeinsam, allerdings erwies sich das Raten von Fionas Wörtern mitunter als ganz schön knifflig.
(langes, glattes Kriechtier mit 3 Buchstaben? WOM)

 





 




Und dann war da noch die Geschichte mit dem kopflosen Oktopus, den ich am Büffet in den Frutti-di-mare-Nudeln fand und in für Fiona zum Zeigen mitbrachte. Sie bestaunte ihn von allen Seiten, wollte ihn erst probieren, traute sich dann aber doch nicht. Etwas später zog sie los zum Büffet und kam kurz danach wieder, um mir mitzuteilen, dass sie die Nudelpfanne sortiert habe:
alle Nudeln auf die eine Seite und alle Oktopusse auf die andere.
Am liebsten hätte sie alle mitgebracht, um sie im Meer freizulassen. Aber da ich schon das "Sortieren" nicht ganz so lustig fand, entließen wir stellvertretend für alle frutti-di-mare-Tintenfische diesen einen in die äh...Freiheit. Auch ohne Kopf. Hier das Bild, auf frischer Tat sozusagen:


Jetzt beim Schreiben sind die Erinnerungen wieder ganz frisch und ich kann das Meer förmlich rauschen hören. Geht's euch ähnlich?

Mittwoch, 2. September 2015

Best-Of August

Hallo September!

Bei mir ist in den letzten Tagen so viel liegen geblieben, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll...Letzte Woche war ich mit den Orchestern und Ensembles in Binz an der Ostsee und wir haben für begonnen, für die Akkordeonweltmeisterschaft 2016 zu proben. Nach einer sehr erfolgreichen und arbeitsintensiven Woche hat es mich Freitag Abend, frisch zu Hause, so dahingerafft, dass ich dachte, ich sterbe. Ohne Witz. Ich schätze, es wird der Norovirus gewesen sein. So schlimm hatte ich es wohl in meinem ganzen Leben noch nicht, ein völliger Knock-Out und 4 Tage von der Bildfläche verschwunden.
Es ist ja nicht so, dass am Montag in Berlin die Schule wieder begonnen hat, am Samstag eine Einschulung ins Haus steht (wuaaaaahhhhhhh) und auch sonst noch Einiges vorzubereiten gewesen wäre am letzten Ferienwochenende. Aber da kennt so ein Körper ja nix. Wenn aus, dann aus.
Ich zeige euch noch schnell ein paar Eindrücke aus unserem bunten Urlaubsaugust und mache mich dann ans Abarbeiten des Stapels auf meinem Schreibtisch. Lieblingstweets kommen demnächst auch noch.

10 Tage Kreta, 
eine wundervolle Insel und ein ganz toller Urlaub <3


Lange haben wir es nach der Rückkehr nicht ohne Wasser ausgehalten:
Werbellinsee bei Berlin


 In die Maschine dürfte er nicht, aber das olfaktorische Gesamtkunstwerk "Hasi" 
war nach einiger Zeit mal wieder fällig für eine liebevolle Handwäsche...



Der August stand - jedenfalls bei mir - schon ganz im Zeichen der Einschulungsvorbereitungen. 
Dazu gibt es dann einen Extra Post. Hier sind unsere Mini-Zuckertüten-Einladungen
 
 

 

"Ich möchte etwas basteln."
- "Ok, was denn Schönes?"
"Einen Rochen."

Es geht nichts über klare Vorstellungen.


Gärten der Welt, Berlin


 Haare!


Besuch im Currywurstmuseum Berlin
Ketchuptelefon, Gewürzrätsel, Riesenpommes und Wurstcouch. Cool!
#funfact: es gibt Energydrinks mit Currywurstgeschmack. Mmhh...


Eine Eiskönigin-"Manduca" (Tragetuch) für Hasi genäht, 
jetzt sind wir immer im Partnerlook unterwegs


3 Leute essen Eis und einer guckt zu? 
Das geht nicht, dachte sich das Baby, und befand Stracciatella für lecker. 


Zugfahrt nach Binz/Rügen




und: 8 Monate Babygirl!
(immernoch im 2-Kuchenzahn-Stadium, so süß!)






Die besten Zitate des Vorschulkindes aus dem August habe ich auch noch für euch. 
Fiona ist 5 Jahre und 10 Monate alt.



Der Rettungsschwimmer pfeift Leute raus wegen zu hoher Wellen.
Fiona: "Ach, das ist nur der Schaffner da unten."


Kurz vor dem Fallschirm-Fliegen am Boot:
"Mama, ich bin soo aufgeregt, mein Bauch platzt gleich!!!"


"Boah, guck mal deine Hautfarbe an!"
F: "Ja, ich bin selbst neidisch, dass ich so braun bin!"


"Delfine sind ziemlich menschliche Tiere."


Das Baby liegt nicht gerade platzsparend auf dem Bett.
"Mama, kannst du mal meine Schwester wegräumen?"


Im Hotel:
"Warst du eben drüben? Was machen denn Sasa und Opa?"
- "Ja. Sasa sitzt auf dem Klo und Opa stöbert so im Raum herum."


"Am Besten, wir legen mein Reisetagebuch auch in den Selfie."
- "Wohin?!"
"..in den SELFIE!"
- "Ah, du meinst, in den Safe?"
"Öh, ja, genau." 


Kind steht am Pool.
"Mama, was soll ich dir zeigen? Tauchen, Schwimmen, Handstand?"
- "Hm, springen!"
"Gut, springen ist meine Spezialität."


Ein Kind weint.
F: "Heulende Kinder, davon gibt's ja hier mehr als genug."


Fiona kommt aufgeregt vom Büffet:
"Ich habe etwas vom Hähnchen ergattert!"


"Komm zu mir ins Meer! 
Ich bin genau da, wo die Wellen zerbrechen!"


Wir fahren an einem Wald vorbei, Fiona sieht ein Wildtier.
"Hey! Ich habe gerade ein Kalbreh gesehen, ein kleines!!"


 "Irgendwann könnten wir ja auch mal in den Reichstag gehen."
Fiona: "In welchen Reitstall?!"


"A. ist schon 6 aber er benimmt sich immer noch wie ein 5-Jähriger..."


Wir suchen Wörter mit G.
Ich: "Was habe ich denn vorhin gesagt, als du geniest hast?"
Fiona: "...entschuldigung?!"


"Da wird sie staunen wie ein Nilpferd!"


Das Spielzeughandy des Babys klingelt.
Fiona geht ran, hört einen Moment zu und sagt dann ganz ernst:
"Nein, tut mir leid, da kann ich Ihnen nicht weiterhelfen..."


Ich ziehe das Baby an.
Fiona: "Sei froh, Felice. Du bekommst noch Anzieh-Service!"


"Guckst du mal, ob es noch regnet?"
F: "Nee, es rieselt nur noch ein bisschen."


Fiona saugt Apfelsinenstücke aus und fragt:
"Ist das frisch gepresster Orangensaft, der da rauskommt?"

Freitag, 28. August 2015

Postkartenflut

Ich halte mich normalerweise aus politischen Diskussionen weitestgehend raus, ist nicht gerade mein Fachgebiet, aber die Entwicklungen der letzten Wochen machen mir Angst. Es reicht, wenn man bei Twitter das Hashtag #heidenau eingibt.
Ich selbst bin erst 1987 geboren, habe also von der DDR nicht mehr viel mitbekommen. Aber ich denke an die vielen DDR-Flüchtlinge, die im Sommer 1989 Zuflucht in der Deutschen Botschaft in Ungarn gesucht und auf ihre Ausreise in den Westen gewartet haben. Und nicht etwa, weil in ihrem Heimatland Krieg herrschte, sondern weil sie reisen wollten. Weil sie frei sein wollten.
Unglaublich, was einen Menschen antreiben muss, alles hinter sich zu lassen und in die Ungewissheit zu ziehen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben für sich und seine Familie...

>> What lies behind us and what lies before us are small matters compared to what lies within us << (Emerson)

Die Initiative Blogger für Flüchtlinge hat in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen MyPostcard für heute, den 28.08.15, eine wunderbare Aktion ins Leben gerufen: Postkarten für Heidenau! Es wird die Welt nicht verbessern, aber viele Tropfen bilden einen Ozean. Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen, dass wir die Menschen auf der Suche nach einem sicheren und besseren Leben, bei uns in Deutschland willkommen heißen!

Ihr braucht kein Geld, nur 5 Minuten eurer Zeit! Jeder kann helfen!

Und so geht's:

1. kostenlose MyPostcard-App runterladen
2. Design auswählen (z.B. das Logo der Aktion #bloggerfuerfluechtlinge) und Grußtext eingeben, z.B. "Herzlich Willkommen" auf verschiedenen Sprachen
3. Adresse:  Flüchtlingsunterkunft, Hauptstr. 10, 01809 Heidenau
4. Gutscheincode refugees eingeben und Postkarte für 0,00€ verschicken

Pro Gerät könnt ihr mit dem Code eine kostenlose Karte verschicken. Wenn ihr euch bei MyPostcard registriert (nicht zwingend notwendig!!), könnt ihr auch eine zweite Karte gratis versenden.

Dienstag, 18. August 2015

Hallo Zahnfee!

So wie junge Mädchen sehnlichst auf den Tag warten, an dem sie eine Frau werden - nur um einen Monat später festzustellen, dass das soo cool eigentlich nicht ist - warten Kindergartenkinder auf den Tag, an dem der erste Zahn ausfällt. In der Kita war der aktuelle Zahnausfallstatus für Fiona gleichzusetzen mit dem Reifegrad des Kindes:  "Also, Emma ist größer, die hat schon 2 Zähne raus, Lina noch gar keinen. Und Felix hat 3 Wackelzähne!".  Als dann bei ihr selber e-n-d-l-i-c-h der erste Zahn zu wackeln anfing, packte mich der Ehrgeiz. Klar muss man nicht so ein Gewese um Kindergeburtstage, Einschulungen oder ausgefallene Zähne machen; Topfschlagen und Blinde Kuh tun's auch. Aber ich finde den Gedanken der "magischen Kindheit" so schön, dass hier eben Zahnfee, Weihnachtsmann und Osterhase so lange kommen, wie meine Töchter sich davon verzaubern lassen.

Mit dem ersten Wackeln fing ich an, Pinterest zu durchstöbern und wurde auch direkt fündig. Besonders in englischsprachigen Ländern scheinen Toothfairy und "Elf on the shelf" (weiß da jemand Genaueres?) wahre Kultfiguren zu sein. 
Ich bereitete das Zahnfee-Zubehör heimlich vor, wischte verräterischen Glitzerstaub im Arbeitszimmer weg und wartete mit Fiona auf den Tag x. Es dauerte noch gute 4 Wochen, bis der lose Zahn tatsächlich ausfiel. Vorher hing er noch so rum und mir wurde übel, wenn sie mir stolz zeigte, dass sie den Zahn einmal komplett um sich rum drehen konnte. Uäh!

Nun besagt der Brauch ja, dass man den ausgefallenen Zahn unter's Kopfkissen legt, in der Nacht die Zahnfee kommt und im Austausch ein Geldstück hinlegt.
Das Problem an der Sache? Fiona wollte ihren Zahn unbedingt als Trophäe behalten (ich konnte sie gerade so davon abhalten, ihn mit in den Kindergarten zu nehmen!). Wir besorgten also ein kleines Glas und ich bastelte mit dem Plotter einen roten Zahn-Sticker dafür. Am selben Abend "schrieb" Nono den Brief an die Zahnfee. So erklärte sie ihn mir: 
Liebe Zahnfee, in dem Glas ist mein Zahn. Ich mag ihn sehr. Du darfst ihn dir gerne ansehen, aber bitte nicht mit ihm davon fliegen. Ok? Deine Fiona.


Aus Angst davor, dass die Zahnfee den Brief unter dem Kopfkissen nicht finden würde (und weil es sich auf einem harten Glas nicht so gut schläft), nähte ich eine kleine Tasche für die Türklinke, sozusagen einen Briefkasten für den Austausch mit der Zahnfee. Das Glas blieb auf dem Schreibtisch stehen und der Brief kam in den Filz-Zahn auf dem Postfach. Das Fenster ließen wir in dieser Nacht geklappt...

 


Die Freude am nächsten Morgen war riesig, denn die Zahnfee hatte tatsächlich in der Nacht vorbeigeschaut! Die aufgemalten "Verhaltensregeln" waren weg und stattdessen steckte ein wirklich winziger Briefumschlag mit der Aufschrift "Fiona" im Fach, abgestempelt im Fairyland! Die Schrift war so klein, dass man sie fast nur mit Lupe erkennen konnte: echte Post von der Zahnfee!
Die bedankte sich für so ein schönes Exemplar, erinnerte Fiona daran, auch viel frisches Obst und Gemüse zu essen und bestellte einen lieben Gruß an unseren Zahnarzt. Unter der Tür hatte sie noch ein großes Zahnfee-Zertifikat durchgeschoben mit einem aufgemalten Gebiss, auf dem man jeden ausgefallenen Zahn mit Datum vermerken kann. Das Beste aber war der glitzernde Geldschein, wow! (Beim allerersten Zahn gibt es ein bisschen mehr, schrieb sie dazu. Außerdem hält Streuglitzer auf Münzen so schlecht, habe ich gehört).


Gab/gibt es bei euch eine Zahnfee? Oder findet ihr das albern? 
Ich selbst kann mich an keine Zahnfee erinnern (nur an gewöhnungsbedürftige Techniken zum Loswerden eines Wackelzahnes, z.B. mit langer Schnur am Zahn im Dunkeln die Treppe hochgehen, hahaha), aber ich bin mir sicher, es hätte mir gefallen. 

P.S. Die Datei für den süßen Mini-Briefumschlag habe ich hier gefunden.
Viel Spaß beim Nachmachen!