Mittwoch, 29. Oktober 2014

Beta-Männchen

Auch wenn es die Überschrift vermuten lässt, hatte ich jetzt nicht vor, über das in unserem Haushalt lebende Exemplar der Spezies Mann herzuziehen. Es handelt sich viel mehr um einen Buchtitel mit der kritischen Frage "Sind die Männer noch zu retten?" auf dem Cover.


Das Enddreißiger-Erfolgsduo Anne Weiß und Stefan Bonner, bekannt aus "Generation Doof", "Heilige Scheiße" und "Doof it yourself", hat im September 2014 sein neues Buch "Beta Männchen" im Bastei Lübbe Verlag veröffentlicht und ich durfte über "Blogg dein Buch" testlesen.

In kurzen Episoden beschreiben die beiden Autoren abwechselnd Anekdoten aus ihrem Leben, immer mit Fokus auf den Schwerpunkt "Mann" in der heutigen Zeit.
Anne ist nach ihrer Beziehung zu Exfreund Oli frei und ungebunden, hört aber so langsam ihre biologische Uhr ticken und sucht...ja, was sie sucht, weiß sie eigentlich selbst nicht so genau. Liebevoll, zuvorkommend und romantisch aber auch heldenhaft, stark und "ein ganzer Kerl" eben. Aber existiert dieser Typ Mann noch irgendwo anders als in Annes Fantasie? Nachdem ihr erster One-Night-Stand versehentlich in die Küchentöpfe gepinkelt hat, ist sie mit dem Thema jedenfalls durch... und wer sagt eigentlich, dass Frau um jeden Preis einen Mann braucht um glücklich zu sein?!

Stefan ist mit Freundin Maja liiert und wird demnächst Papa. Seinem Schwiegervater Helmut fällt bei der Bekanntgabe fast das Essen aus dem Gesicht, denn wie sollte Weichei Stefan, der in einem Mama-Oma-Uroma-Frauenhaushalt groß geworden ist, jemals für eine Familie sorgen bzw. einen eventuellen Sohn erziehen können? Majas Ex Torsten, leidenschaftlicher Kettensägensammler, ist da ein ganz anderes Kaliber und steht in der Gunst des Schwiegervaters immer noch wesentlich weiter vorne. Auf der Suche nach sich selbst berichtet Stefan u.a. von einem echten Männerseminar, bei dem er zu Klängen der Schamanentrommel eine Höhle baut und einen hölzernen Luke Skywalker schnitzt, bei dem jeder das Lichtschwert für einen überdimensionalen Penis hält, und anderen Situationen im Leben eines "Beta-Männchens" auf der Suche nach dem letzten bisschen Testosteron. Wie zeigt man einer Frau eigentlich, dass man sie wirklich liebt? Muss man ihr ein Haus bauen oder reicht auch eine schöne Wohnung? (Helmut: "Ein Haus! Ein Haus!") Wann ist der beste Zeitpunkt, um um ihre Hand anzuhalten? Und was um Himmels Willen passiert genau bei einer Geburt?

Mein Fazit: Die berechtigte Frage "Wann ist ein Mann ein Mann?" stellte sich schon Herbert Grönemeyer vor vielen Jahren. Muss er erst einen Baum gepflanzt, ein Haus gebaut und ein Kind gezeugt haben? Darf er Elternzeit nehmen oder muss er "das Geld nach Hause bringen"? Ich weiß nicht so genau, was ich hier gelesen habe: einen Roman, eine pseudo-wissenschaftliche Gesellschaftsanalyse, eine Kurzgeschichtensammlung...?
Das Autoren-Duo schreibt zweifelsfrei flüssig, locker und unterhaltsam. Allerdings habe ich beim Lesen immer das Gefühl, als wollten beide eben nicht "nur" oberflächlich lustig sein, sondern hätten den Anspruch, auch "ein bisschen wissenschaftlich fundiert" über aktuelle Probleme zu schreiben und damit ernst genommen werden zu wollen.
Man weiß nicht so genau, mit wem man es da zu tun hat - zwei, die Missstände aufzeigen und etwas in der "verweichlichten" Gesellschaft verändern möchten oder zwei, die sich mit einem Augenzwinkern über die Situation lustig machen, pointieren und unterhalten wollen.
Insgesamt eine seichte Urlaubslektüre mit einigen guten und durchaus witzigen Kapiteln. Anderes wird aber dann doch wieder ein bisschen zu langatmig geschildert und verliert für mich auf insgesamt 399 Seiten den Unterhaltungswert in der anklingenden Gesellschaftskritik. Aber vielleicht bin ich mit süßen 27 Jahren auch einfach noch zu jung, um dem weiblichen und männlichen Midlife-Drama etwas abzugewinnen. Who knows!
Ich vergebe 3 von 5 Sternen: kann man durchaus lesen, muss man aber nicht.

Schwanger - der siebte Monat

Der siebte Monat, Woche 25 - 28


"Hallo Prinzessin, deine Schwester und ich gehen heute Nachmittag zu einem Geschwisterkurs, bei dem die Großen lernen, wie man ein Baby wickelt, füttert, usw. Sie freut sich schon ganz doll und ich bin auch total gespannt! Ich habe ihr erzählt, dass man der Hebamme auch Fragen stellen darf. Sie überlegte kurz und meinte dann: "Ok, dann frage ich, wie es sein kann, dass der Mensch vom Affen kommt..." Haha, das ist typisch Fiona! Ich habe seit 2-3 Tagen immerzu das Gefühl, ganz nötig aufs Klo zu müssen und dann kommt oft gar nichts. Trittst du mir in die Blase oder muss das so?! Ich kann mir noch überhaupt nicht vorstellen wie es sein wird, wenn du da bist. Es ist gar nicht mehr so lange! Der September hat angefangen, Oktober, November, ... DEZEMBER! Es gibt schon Dominosteine und Spekulatius im Supermarkt. Die wird es vermutlich auch noch geben, wenn du schon da bist! Auf dem Schulhof gestern habe ich im Vorbeigehen die Hortnerinnen tuscheln gehört: "...ob die schwanger ist?" Vielleicht sollte ich mir ein Schild basteln:  
NEIN, DER IST NICHT ANGEFRESSEN ^^"

Der Geschwisterkurs war übrigens wirklich toll! Fiona interessiert sich brennend für alles, was mit Bauch und Baby zusammenhängt, und lauschte dementsprechend gespannt, was die Hebamme erklärte. Erst haben sie anhand von Bildern Begriffe wie Fruchtblase, Gebärmutter und Mutterkuchen besprochen und dann ein Lied gelernt, um es dem Bauch vorzusingen ("Hallo Baby, hörst du mich?" auf die Melodie von Bruder Jacob. So süß!). Die "Großen" haben die Hände auf den Bauch gelegt, ihr neues Lied vorgesungen und unser Baby hat tatsächlich mit einem Tritt "geantwortet". Ein toller Moment! Anschließend hat jedes Geschwisterkind eine schwere, mit Sand gefüllte Babypuppe in den Arm gelegt bekommen und alle haben gemeinsam das Halten, Wickeln und Anziehen geübt. Wir Mamas sollten die Kinder all das machen lassen, wobei wir sie später auch "in echt" miteinbeziehen wollen. Ich habe gestaunt, wie vorsichtig und liebevoll Fiona das Sand-Baby aus- und angezogen hat; sogar die kleinen Füßchen hat sie massiert. Ich freue mich so auf die gemeinsame Zeit mit meinen Mädels!



"25+6: ich bin ein UHU! Nur noch 99 Tage bis zum Entbindungstermin, 14 Freitage bis Weihnachten. Nur noch! Plötzlich rennt die Zeit. Waaah! Den 7. Monat glaubt man mir zwar immmer noch nicht so recht, aber laufen tue ich derzeit manchmal schon wie auf dem Weg zur Entbindung! Gestern war der Ischias so schlimm, dass ich in der Schule kaum die Treppen runtergekommen bin. Ich muss schon fast hochschwangermäßig die Hände im Hohlkreuz abstützen, aber nicht etwa, weil der Bauch so groß ist, sondern weil sich der Unterkörper anfühlt wie ein unbewegliches Teil, total steif! Die Kinder in der Schule wollten alle gerne "Frau Baby" streicheln, so nennen sie dich :) Erzähle ihnen, dass du auch im Bauch schon alles hören kannst und dich freust, wenn sie ohne Fehler spielen. Plötzlich fangen die tatsächlich an zu üben und wollen dir alle etwas vorspielen..."



Obwohl wir erstens noch eine ganze Menge Babyklamotten von Fiona besitzen und zweitens von meiner Cousine auch einen ganzen Sack voll "vererbt" bekommen haben, gehen sie manchmal in der Babyabteilung mit mir durch. Es gibt einfach zu viel süße Sachen für die Allerkleinsten! Habe bei H&M ein gepunktetes Body-Mützchen-Set mit der Aufschrift "BORN 2014" gekauft und zu Hause dann gedacht: Oh, wie optimistisch von mir! Immerhin halten sich Kinder ja bekanntlich nicht so genau an ihre Termine. Wenn "Frau Baby" spontan beschließt, noch 8 Tage länger zu bleiben, haben wir schon das erste geschichtsträchtige Teil im Schrank, haha. Aber immerhin eine Anekdote für später, sollte es wirklich so kommen. Lieber wäre mir allerdings, sie würde ihn am Heiligabend schon tragen können...


"Guck mal, Mausekind, das bist du! Gestern war endlich wieder Termin bei der Frauenärztin. Du bist 33cm lang und 1000g schwer, so viel wie eine große Wasserflasche! Du hast dich in den letzten Wochen gedreht und liegst jetzt "richtig rum", also mit dem Kopf unten. Heißt aber nichts, noch ist genug Platz zum Drehen da drin. "Die Gebärmutter nähert sich dem Rippenbogen", meinte sie beim Abtasten. Ein erstaunliches Körperteil, immerhin ist es im "ungenutzten" Zustand nur so groß wie ein Hühnerei. Meine dollen Ischiasschmerzen seien (auch so früh) bei einer 2. Schwangerschaft ganz normal. Dagegen hilft nur, öfter Ruhepausen einzulegen ("Wollen Sie mal ein paar Tage zu Hause bleiben? Soll ich sie krank schreiben?" Haha, selbst(ständig) ist die Frau...). Fiona war wieder mit dabei, hat alles genau beobachtet und sich wiegen und Blutdruck messen lassen für Eintragungen in ihren Geschwisterpass. Den darf sie auch immer gleich mit abgeben an der Anmeldung, die nehmen das Ganze total wichtig. So cool! Ich hatte gestern auch gleich noch den Zuckertest wegen Schwangerschaftsdiabetes, der findet regulär Mitte der 20er-Wochen statt: ein großes Glas Zuckerwasser auf Ex und dann eine Stunde warten und Blut abnehmen lassen. Ein bisschen mulmig war mir schon danach...Ergebnis in 2-3 Tagen. Hoffentlich ist er unauffällig! Ich habe letztes Wochenende eine winzige Bäremütze mit Ohren (hach!) für dich gekauft und Tatzen-Handschuhe. So niedlich! Can't stop myself! Habe im Moment oft das Gefühl, als sei meine Haut am Bauch irgendwie "zu klein". Beim Sitzen spannt alles. Ganz komisch."


Wie schon 2009 bei Fiona bin ich auch in dieser Schwangerschaft wieder in einer Gruppe mit Mamas, die den selben Entbindungsmonat haben wie ich, zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch, für geteilte Freude und Hilfe bei Problemen und Wehwehchen. Aus der damaligen StudiVZ-Gruppe sind z.T. Freundschaften entstanden, die bis heute anhalten. Und auch, wenn es in den meisten Fällen "nur" der Online-Kontakt ist, ist es dennoch schön zu sehen, wie die Bauchmäuse von damals in diesen Wochen alle schon ihren 5. Geburtstag feiern. Jedenfalls war eine der Dezembermamas 2014 schon mit regelmäßigen Wehen im Krankenhaus und in dieser frühen Woche musste ihre Tochter per Kaiserschnitt geholt werden. 33cm und 850g, so ein kleines Leben, und so viele Schläuche! Glücklicherweise ging (und geht) es den beiden den Umständen entsprechend gut und die kleine Kämpferin hat sich toll entwickelt. Trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl zurück, wenn man die Bilder aus dem Krankenhaus sieht und damit direkt vor Augen geführt bekommt, wie klein und zerbrechlich das Wunder noch ist, das man unter seinem Herzen trägt...


"Na meine Mini-Maus, wieder ist eine Woche vergangen. Einerseits kann ich es kaum abwarten, dass die Zeit vergeht, andererseits kriege ich leichte Panik, wenn jemand sagt, dass in 3 Monaten schon Weihnachten ist! Du bist etwa so groß wie ein Blumenkohl, turnst fleißig in meinem Bauch und trittst mich ganz weit oben rechts unter der Brust, wenn ich krumm sitze. Zuckertest war übrigens unauffällig, zum Glück! Vor ein paar Tagen wurde ich von Eltern meiner Früherziehungskinder mit Blick auf den Bauch vorsichtig gefragt, ob man mich beglückwünschen dürfe. ICH BIN ENDE 7.MONAT! SIEB-TER! Mir selbst kommt der Bauch jetzt schon viel größer vor - liegt wohl an der Perspektive - aber scheinbar ist er ja doch noch verhältnismäßig klein. Aber solange Baby so groß und schwer ist, wie es sein soll, mache ich mir keine Gedanken. Offensichtlich "verteilt" es sich bei mir einfach gut im "Gesamtkonzept" ;) War ja in der anderen Schwangerschaft genauso. Beim zügigen Laufen habe ich mich kürzlich selbst beim "Armrudern" erwischt zum Ausgleichen. Ach du Scheiße! Stop that!
In den letzten Tagen habe ich öfter Probleme mit dem Blutdruck. Manchmal wird mir abends auf der Couch ganz plötzlich schlecht, hin und wieder auch tagsüber aus heiterem Himmel. Nicht lustig! Diese Woche hatte ich übrigens meine letzten Stunden in der musikalischen Früherziehung, ab Oktober übernimmt eine ganz liebe Musikstudentin meine Kleinen. Die Orchester und Ensembles unterrichte ich noch bis zum letzten Konzert im Dezember, aber das Singen, Springen und Tanzen fällt mir mittlerweile schon ganz schön schwer und ich gerate schnell aus der Puste. Langsam wird es ernst.
Fiona: "Weißt du was? Wir könnten mal wieder schwimmen gehen." Einen Moment später: "Ach nee, mit dem dicken Bauch gehst du bestimmt unter..." Haha!"


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<-- 6. Monat

Dienstag, 28. Oktober 2014

Lieblingstweets Oktober

Zeit für die Twitterlieblinge und Fundstücke aus dem Oktober!

Heute mit Alte-Leute-Witzen, der einzig adäquaten Reaktion auf eine Männergrippe, Oralverkehr zum Frühstück, der Analyse, was Schlangen und Cocktails mit Apotheken zu tun haben, und aktuellen Problemen wie dem wahren Gesicht von Bahn & Lufthansa, wer gegen wen auf einer Kölner Demo, Social Freezing mal anders und den Vor- und Nachteilen der Zeitumstellung.
Habe ich schon mal gesagt, dass ich Twitter liebe?


































Montag, 27. Oktober 2014

Inseltipp für Kurzentschlossene

Hooray! Herbstferien in Berlin! 
Zum Fliegen ist sie schon "zu dick", blieb also nur ein Ziel in nicht allzu weiter Ferne: 
die Insel Rügen!


Weil die Reise ein relativ spontaner Entschluss war, waren auch die Hotels nicht mehr so flexibel mit den verfügbaren Zimmern, aber lieber 2 Tage mal kurz andere Luft schnuppern, als überhaupt nicht. Eine sogenannte "ferienverlängernde Maßnahme", denn die 2 Tage haben sich angefühlt wie eine Woche zusätzlich. Wir haben uns für die niedliche Hafenstadt Sassnitz entschieden und das Rügen-Hotel, das höchste Haus der Stadt. Es ist nicht das neuste und modernste Hotel, versprüht z.T. ein charmant-nostalgisches Flair (Fremdes Kind beim Frühstück: "Ich glaube, hier sind sogar die Fernseher noch aus der DDR!" haha), erfüllt seinen Zweck aber voll und ganz! Großer Pluspunkt: die für Hotelbesucher kostenlose Rügen-Therme direkt im Haus mit 29°C Wassertemperatur, Wasserfall, Gegenstromanlage, Sprudelecke und Sauna (gegen Gebühr). Auch das Panoramarestaurant in der 9. Etage ist sehenswert, bzw. der Frühstücks-Ausblick von Selbigem auf die Stadt und den Hafen mit Europas längster Außenmole.


Wir haben unsere 2 Tage Kurzurlaub effektiv genutzt und viel von der schönen Insel gesehen.
Die erste Tour führte uns mit Pudelmützen und Strickschal bewaffnet direkt vom Hafen mit der "MS Binz" in Richtung der Kreidefelsen, die als interessanteste deutsche Küstenlandschaft gelten. Beim Ticketverkauf deutete die Dame auf mein Bäuchlein und meinte noch: "Dat wird abbä ein bissken schaukeln auf See, nech?". Ich wunderte mich zwar, weil im Hafen keine einzige Welle zu sehen war, aber gut. Das Wetter war für diese Jahreszeit ganz akzeptabel, zwar ziemlich bedeckt und windig, aber immerhin kein Regen. Sobald die MS Binz die Mole verlassen hatte, "schaukelte dat wirklich ein bissken". Als ich von Deck aufstand, um Fotos zu machen, musste ich mich von einem Tisch zum nächsten hangeln, um nicht direkt umzufallen. Warm eingepackt und mit heißem Kakao in der Hand lauschten wir den interessanten Geschichten aus dem Schiffslautsprecher im norddeutsch-sypathischen Käptn-Blaubär-Stil und genossen die einstündige Rundfahrt entlang der Küste.
Um uns herum wurde nicht nur vereinzelt von den Kotztüten Gebrauch gemacht, aber soo empfindlich scheinen wir dann glücklicherweise doch nicht zu sein.


Etwa 10 km nördlich von Sassnitz befindet sich der bekannteste und meist besuchte Felsvorsprung der Kreideküste: der Königsstuhl. Mit dem Auto kann man ihn nicht erreichen, aber es verkehren regelmäßig Shuttlebusse von einem in der Nähe gelegenen Parkplatz am Eingang des Nationalparks Jasmund. Wanderwillige, zu denen wir nicht gehören, können die etwa 3 km durch den Buchenwald aber auch zu Fuß zurücklegen.


Im Herzen des Nationalparks wartet neben Spielplätzen, Restaurant und 180°-Kino die Erlebnisausstellung auf 4 Etagen. Eine Gruppe von etwa 20 Personen geht gemeinsam durch die Räume, aber jeder entscheidet vorher, welchen thematischen Rundgang er gerne in seinem Audio-Guide abgespielt hätte: den für Romantiker, Neugierige, Abenteurer oder Kids. Mit der Ausstellung haben sie sich wirklich viel Mühe gegeben: alles ist zum Anfassen und lädt zum Ausprobieren ein. Die Zeitreise beginnt vor 69 Millionen Jahren und führt durch die Entwicklung des Nationalparks bis heute. Wahrhaft interaktiv!


Vom Königsstuhl, den wir am Vormittag vom Wasser aus schon gesehen hatten, trennten uns nur noch ein paar Stufen. Oben angekommen wurden wir von einem traumhaften Ausblick belohnt! Absolut sehenswert, auch wenn dem Himmel zum optimalen Postkartenfoto ein bisschen Farbe gefehlt hat ;)


Am Abreisetag stand vor der Heimfahrt erst noch ein kleiner Strandausflug nach Binz auf dem Programm, wo wir erfolgreich Muscheln gesammelt und vergeblich versucht haben, den neuen Lenkdrachen zum Aufstieg zu bewegen...


...und anschließend ein Besuch auf der Pirateninsel in Putbus, einem Indoor-Spielplatz für Kinder. Fionas Highlight, würde ich sagen. Ein "Vulkan" zum Besteigen, Trampoline, unzählige Fahrgeräte, Rutschen, Klettertürme usw., in optimaler Größe, so dass Eltern bequem am Rand ihren Kaffee trinken und die Kinder trotzdem im Auge behalten können, ohne ständig hinterherlaufen zu müssen.


Unser Fazit: als sonst-immer-Usedom-Fahrer sind wir durchaus angetan von der charmanten Insel Rügen und müssen unbedingt wiederkommen, weil wir noch lange nicht alles gesehen haben!

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Mottoparty "FROZEN"

Ich habe es ja im September-Best-Of schon angekündigt: die Dame des Hauses hat sich zur Feier ihres 5. Geburtstages eine Eiskönigin-Party gewünscht!


Eines vorneweg: natürlich muss man einen Kindergeburtstag nicht so akribisch vorbereiten und bis ins kleinste Detail planen und organisieren. Es würden auch eine Hand voll bunter Luftballons, Stuhltanz und Topfschlagen ausreichen, um ein paar 4-5-jährige Mädchen und Jungs glücklich zu machen. Aber weil ich selber so viel Spaß daran habe, ein Partymotto umzusetzen mit entsprechenden Snacks, Getränken und passenden Spielen für die Gäste, gibt es bei uns eben die Tradition des großen Themengeburtstages. 
In diesem Sinne: herzlich Willkommen auf unserer (virtuellen) Party! Vielleicht sucht ja jemand von euch noch nach Anregungen für dieses Motto. Bedient euch!

Der eigentliche Geburtstag war ein Dienstag, an dem ich (wir hätten ausschlafen können, ich habe mir frei genommen) um 7 Uhr morgens hektisch geweckt wurde mit den Worten: "MAMA, STEH AUF! ICH BIN FÜNF!!!". Es schloss sich im Sonnenaufgang das Kuchenfrühstück an, die 5-jährige hat stolz ihr handmade-Zahlen-Longshirt von Mama angezogen, den Luftballon-Vorhang an der Zimmertür bestaunt und Geschenke ausgepackt. Highlights waren die sehnlichst gewünschte "Elsa mit den leuchtenden Brüsten" (Eiskönigin-Barbie, die singt und dabei blau leuchtet) und der kuschelige Drache Kokosnuss mit Buch und CD. Anschließend wollten wir eigentlich einen Ausflug in den Zoo nach Eberswalde machen. Als wir ankamen, regnete es allerdings und sollte laut Prognose auch vorläufig nicht aufhören. Als Alternative ging es vor Ort Pizza essen mit einem spontanen Familientreffen, klein aber fein.


Der nächste Programmpunkt: die Eiskönigin-Feier vier Tage später...

Schon Wochen vorher habe ich im Internet nach Ideen und Anregungen gesucht und mal wieder festgestellt: es gibt nichts, was es nicht gibt! Wie im Sommer mit unserer Gender-Reveal-Party wurde ich auch beim Thema "Frozen" schnell fündig. Die "Eiskönigin" ist vor allem im englischsprachigen Raum ein beliebtes Geburtstagsmotto und viele Leute hatten schon viele gute Ideen diesbezüglich! Dass ich die Online-Pinnwand Pinterest liebe, habe ich hier ja schon mehrfach erwähnt. Einziges Risiko: man kommt vom Hundertsten ins Tausendste, wenn man sich durch die verschiedenen Boards und dazugehörigen Blogs clickt. Einige Millionär-Folgen von Jauch sind so an mir vorbeigekleckert, während ich scrollend am Handy hing auf der Couch...

Die Deko hatte ich (übrigens hier) schon einige Zeit vorher bestellt, die wartete nun sehnsüchtig im Karton auf ihren Einsatz. In der Woche vor der großen Party schrieb ich viele Listen, hakte Einiges ab und strich Anderes wieder, kaufte ein (Auszug aus der Einkaufsliste: Salzbrezeln, Mandarinen, Klopapier, Druckerpatrone (!), Erdbeeren, Schokotropfen, Mohrrüben, Rasierschaum, Glitzersteine, ... Kommentar meines Mannes: "...und du bist dir sicher, dass du das alles brauchst?!") und fing gemeinsam mit Fiona an zu schneiden und zu kleben. Sie hatte großen Spaß an den Vorbereitungen, ließ sich alles genauestens erklären und half, wo sie konnte. Ich staune immer wieder, wie sorgfältig und genau sie schon mit der Schere umgehen kann. Wenn ich mich da an meine Kindheit erinnere... *hüstel*

Für die 5 Mädchen und den einen Jungen haben wir aus hellblauem Glitzer- bzw. normalem braunen Moosgummi Kronen und ein Geweih ausgeschnitten (Vorlage gibt's hier) und mit Gummiband und Tacker daraus personalisierten Kopfschmuck gebastelt (in den weißen Kreis kam jeweils der Anfangsbuchstabe des Namens), den jeder Gast gleich zu Beginn der Party aufsetzen durfte. Die bunten Strohhalme habe ich mit sog. "straw flags", kleinen Fähnchen, aufgepeppt und die Schilder im Eiskönigin-Design haben wir ausgeschnitten und für das Buffet beschriftet. Diese kostenlosen Vorlagen für Schildchen, Banner, Etiketten uvm. habe ich hier gefunden (dafür übrigens auch die Druckerpatrone auf der Einkaufsliste). Es macht auf jeden Fall etwas her, wenn die originalen Figuren aus dem Film dann auch tatsächlich in der Deko auftauchen!
Last but not least: die 3D-Schneeflocke aus Papier - wow, eine der schönsten Winterbasteleien und gleichzeitig eine der leichtesten Anleitungen, die ich je nachgearbeitet habe! Man braucht dafür nur 6 Blätter, eine Schere, Klebeband und einen Tacker. Alles andere sieht nach filigraner Faltkunst aus, ist aber in wenigen Einzelschritten erklärt und durchgeführt. Für euch ausprobiert: je kleiner die Schneeflocke, desto friemeliger die Arbeit. Aus A4-Blättern gefertigt hat sie einen Durchmesser von etwa 40cm, also absolut partytaugliche Deko! (Die Anleitung ist zwar auf Englisch, aber die Bilder sind selbsterklärend --> click)


Dass die 5-jährige Eiskönigin herself ihre Gäste natürlich standesgemäß im Elsa-Kostüm empfing, ist selbstredend. Ich war erstaunt, dass es noch keine Flecken hatte, so oft, wie sie es zu Hause schon getragen hat im Vorfeld... Nachdem ich die Polaroid-Fotos von den Gästen vor der Luftballonwand gemacht hatte, erklärte Fiona stolz und sehr detailliert den anderen Kindern das Buffet:
(Die Schildchen stecken übrigens ganz mottogetreu in halbierten Styropor-"Schneekugeln")

"Olaf am Stiel, das sind Bananenschneemänner"

"Olafs Nasen, das sind Mini-Mohrrüben"


"Annas gefrorene Herzen, also Erdbeeren mit Vanillesoße"

"Elsas Eistrunk, das ist blau gefärbte Sprite"

"Svens Geweihe sind Salzbrezeln"

"Elsas Schneebälle: leckere Marshmallows"

"...und geschmolzener Olaf, also Vanillejoghurt mit Mandarine"


Zu allererst gab es für jeden ein Stück von "Elsas Eiskuchen", weiß-blauer Selterskuchen, der immer allen Kindern schmeckt und den Papa und ich in Gemeinschaftsarbeit hergestellt haben. Zum ersten Mal in meinem Leben mit Fondant gearbeitet (ich dachte immer, es hieße französisch "Fondong", neulich lief Fersehwerbung für "Fonn-Dannt", huh?). Die Küche sah hinterher zwar renovierungsbedürftig aus, aber die große "5" kam super an und jeder wollte seinen Lieblingscharakter aus dem Film auf dem Teller haben (die kleinen runden Bilder sind übrigens essbares Reispapier, eigentlich als Muffin-Topper gedacht)

 


Danach haben wir Geschenke-Flaschendrehen gespielt: alle Gäste setzen sich im Kreis hin und das Geburtstagskind darf die Flasche drehen. Derjenige, auf den sie zeigt, übergibt sein Geschenk, was dann auch sofort ausgepackt wird. Oh, Olaf, dem der Kopf wegspringt - große Freude!


Dann wurde erstmal drinnen gespielt, weil das Wetter sich nicht gerade von seiner freundlichsten Seite zeigte: Olaf-Becherwerfen mit "Schneebällen" und mit Karottenringen (Moosgummi) auf Svens Geweih zielen. Gar nicht so leicht!
Auf die Plätze, fertig, LOS!


Als es draußen ein bisschen schöner wurde, kam der Insta-Snow zum Einsatz. Was für ein Spaß! Ein bisschen von dem Schneepulver und einen Klecks Wasser in eine Schüssel, und schon wächst wie von Zauberhand eine faszinierende Schnee-Masse zum Spielen und Kneten. Besonders witzig ist es, wenn man hinterher eine kleine Schneeballschlacht auf der grünen Wiese veranstaltet ^^ 
(Als ich das Pulver einen Tag vorher zum Ausprobieren öffnete, kleckerte mir etwas Pulver ins Spülbecken. Ich dachte mir nichts weiter dabei, drehte den Wasserhahn auf, um die Krümel wegzuspülen und hatte kurz darauf ein ganzes Becken voll Schnee zu beseitigen, haha - wie bei echtem Schnee hilft übrigens Salz, damit die Schneemasse wieder zu Wasser wird)


...und weil immer das am meisten Spaß macht, was man eigentlich nicht darf, ging es nach der Schneeballschlacht drinnen weiter mit einem der wohl beliebtesten Kinderspiele ever: Mumienwickeln mit Klopapier, bei uns natürlich mottogetreu abgewandelt in Schneemann-Wickeln. Die Kinder hatten so viel Spaß dabei und drehten ausdauernd ihre Runden, bis die gewickelten Schneemänner am Ende noch (Moosgummi-)Nase und (Tonpapier-)Knöpfe verpasst bekamen. Fotos, die man auf jeden Fall aufheben und am 18. Geburtstag präsentieren sollte :)


 Eine Spielidee von Pinterest, die mir im Laufe der Recherchen nicht nur ein Mal begegnet ist, ist "Pin the nose on Olaf". Das zugrundeliegende Kinderspiel heißt eigentlich "Pin the tail on the donkey": das Bild eines schwanzlosen Esels hängt an der Wand und jedes Kind versucht nun nacheinander, mit verbundenen Augen seinen Eselschwanz an die richtige Stelle zu kleben. Klar, dass der Schwanz am Hals für großes Gelächter sorgt. Das Olaf-Spiel funktioniert nach dem gleichen Prinzip, nur anstelle des Schwanzes mit der Karottennase, die ohne zu gucken an ihren richtigen Platz geklebt werden soll. Die Nasen landeten überall, nur nicht im Gesicht und jeder wollte gerne "NOCHMAAAL!", als das Spiel zu Ende war. An den Nasen habe ich hinten kleine Magnete befestigt, weil wir unser Olaf-Plakat an die Magnettafel gehängt haben. So konnte man das Spiel beliebig oft wiederholen.


Die Vorlage, aus der der große Olaf entstanden ist, gibt es hier zum kostenlosen Download, allerdings in klein mit allen Einzelteilen auf einem A4-Blatt. Das dazugehörige Spiel ist das Olaf-Würfeln: die Schneemannteile liegen in der Mitte und jeder darf der Reihe nach 1x mit dem gebastelten Würfel würfeln. Zeigt der ein Körperteil, kann man es sich nehmen und anfangen, seinen Schneemann zu bauen. Zeigt der Würfel allerdings die Sonne, schmilzt Olaf und man muss ein Körperteil wieder abgeben.
Zitat aus dem Film, Anna zu ihrer Schwester Elsa: "Willst du einen Schneemann bauen?"


Nachdem jeder Partygast sein Polaroid-Foto auf einen winzigen Keilrahmen geklebt und mit blauen Glitzersteinchen verziert hatte, stand eine "Schweinerei" noch aus: Frozen Paint!
Dafür habe ich gekühlten Rasierschaum mit flüssigem Schulkleber gemischt und ein bisschen Glitzer eingestreut. Nun durfte jeder mit einem dicken Pinsel den Schaum auf seinem Stück Tonpapier verteilen und daraus einen Schneemann formen. Der bekam zum Schluss eine Nase, Augen und Knöpfe aus Tonpapier verpasst, trocknete aber leider nicht so, wie ich es mir gedacht hatte (nächstes Mal mehr Kleber!). Rasierschaum und Kleber müssen zu ungefähr gleichen Teilen gemischt werden, damit die Masse richtig hart wird und man einen tollen 3D-Schneemann modellieren kann. Lustig war die Aktion auf jeden Fall, auch wenn der Raum und meine Hände noch 3 Tage später nach "Mann" gerochen haben...


Zum Abendessen hinterher wurden selbstgemachte Pizza-Schneemänner serviert und die Gäste tranken noch einen blauen Eispunsch, bis schon die ersten Mamas vor der Tür standen und es ans Verabschieden ging. Glücklicherweise erleichtert einem die Aussicht auf eine kleine Mitgebsel-Tüte das Nachhause-Gehen dann doch ein bisschen ;)



Fiona spricht heute noch von ihrer Party, möchte am Liebsten das gesamte Buffet noch mal essen und guckt sich regelmäßig die Bilder von der Feier an. Mir haben Vorbereitung, Planung und Durchführung auch großen Spaß gemacht und ich habe das ausgelassene Lachen der Gäste noch im Ohr bei unseren "Schweinereien" wie dem Schneemann-Wickeln oder der Pulverschlacht im Garten.
Schön war's! Ich bin gespannt auf's nächste Jahr!

Dienstag, 14. Oktober 2014

Schwanger - der sechste Monat [+Outing]

Der sechste Monat, Woche 21 - 24


"Weißt du, was krass ist? 6. MONAT (sechs-ter!). Wo ist die Zeit hin? Und trotzdem ist mir die Schwangerschaft immer noch nicht anzusehen, nicht zwingend, jedenfalls. Du zeigst dich jetzt jeden Tag mit kleinen Stupsern, so ein wahnsinnig schönes und einmaliges Gefühl! Die Untersuchung im Babykino hat übrigens wie damals bei deiner Schwester eine Vorderwandplazenta ergeben [d.h. einfach nur, dass die Plazenta - der Mutterkuchen, der das Baby im Bauch versorgt - vorne an der Bauchwand angewachsen ist, dämpft dadurch Tritte ab], also kein Wunder, dass ich dich erst jetzt so richtig spüren kann. Deine Stupser waren immer sehr weit oben im Bauch. Der Ultraschall hat gezeigt, dass du mit dem Köpfchen nach unten liegst, wobei ich glaube, dass du dich inzwischen nochmal gedreht hast, weil ich dich jetzt auf ein Mal unten im Bauch merke. An Wehwehchen habe ich sowas wie Ischias-Ziehen beim Aufstehen, wenn ich länger gesessen habe, rechts zwischen Rücken und Po. Kommt man sich vor, wie eine alte Frau beim Aufstehen! Die Gender-Reveal-Party ist übrigens heute in 2 Wochen. Deko ist schon angekommen, sooo süß, winzige pinke und blaue Schnuller, wie die, die man sich in Groß in den 90ern als Kette um den Hals gehängt hat. Außerdem Teller, Becher, Servietten im "BOY or GIRL?"-Design. Ich freue mich so, das wird bestimmt ganz toll!"

Anfang des sechsten Monats sind wir mit dem Orchester auf Konzertreise nach Griechenland geflogen. Flug und Busfahrt waren auch gar kein Problem, aber man sollte so einen schwangeren Organismus nicht unterschätzen! Der stellt gnadenlos alle "überflüssigen" Körperfunktionen ein, wenn er merkt, dass etwas nicht so ist, wie es sein sollte, um das Baby optimal zu versorgen. In meinem Fall hieß das: ich musste mich jeden Abend entscheiden, ob ich vor dem Konzert mit allen gemeinsam esse oder ob ich im Interesse aller darauf verzichte. Beim ersten Auftritt (im Amphitheater eines 5-Sterne-Hotels) ahnte ich noch nichts von den Vorgängen und bediente mich am üppigen Buffet, nur um kurze Zeit später kreidebleich auf der Bühne zu stehen, in der Hoffnung, nicht vom Dirigentenpult zu fallen vor Übelkeit. Wahrscheinlich war es der Kreislauf, der zwar mit dem Klima ganz gut klar kam, aber mich in die Horizontale zog, sobald sich zusätzlich zu den warmen Temperaturen noch das Blut im Magen sammelte nach dem Essen. Eins geht nur: Verdauung oder Kreislauf...

"Wow, gestern spät abends habe ich deine Tritte zum allerersten Mal von außen durch die Bauchdecke gespürt. Ohne Zweifel! Oh Gott, war das schön! Man vergisst nach 5 Jahren total, wie sich das anfühlt. HERZAUGEN! Und bei dem einen Auftritt hast du mich auch leicht gestupst, beim 2. Satz von Transylvania [einem mazedonischen Volkslied mit Gänsehaut-Charakter], da hast du dir aber wirklich schöne Musik ausgesucht! Gegessen habe ich vor dem Auftritt übrigens nichts: "Die Dirigentin würde sich das Hühnchen gerne einpacken lassen" - haha. Apropos Essen, du bist diesen Monat etwa so groß wie eine Cantaloupe-Melone!"

Wieder zurück in Berlin ging es ans Auspacken und Aufbauen der gekauften Möbel: Hensvik, Malm und die anderen schwedische Freunde. Wenn so ein Wickeltisch einsatzbereit steht, wird es irgendwie nochmal greifbarer, das Ganze. Das Wetter für unsere anstehende "Sex-Party" sah zu dem Zeitpunkt mit einer Regenwahrscheinlichkeit von 70% laut wetter.com nicht gerade rosig aus für einen schönen Augusttag, also wurde zur Sicherheit der Party-Pavillon im Garten aufgebaut, damit wir in jedem Fall trocken bleiben würden. Ich war ein bisschen traurig, dass von meiner Verwandschaft niemand zugesagt hatte, freute mich aber umso mehr, dass Freunde und Bekannte begeistert von der Idee zur Party waren, sich schon im Vorfeld viele Gedanken machten und zahlreich zum Lüften des Geheimnisses erscheinen würden!

"Ich habe übrigens seit ein paar Tagen "rischtisch Rücken"! Es zieht und sticht hinten rechts knapp über'm Po, wie kurz vor Hexenschuss. Fühlt sich an, als ob eine einzige falsche Bewegung ausreichen würde um für immer in der Haltung bleiben zu müssen... Dementsprechend vorsichtig und steif laufe ich gerade. Hoffentlich sind das noch nicht die Anfänge des "Watscheltums". Bisschen früh, oder?! Wenn ich abends von der Couch aufstehe um ins Bett zu gehen, muss ich mich Wirbel für Wirbel aufrichten, damit nichts zieht oder piekt. Na das kann ja noch heiter werden... P.S. Nach dem letzten Heißhungeranfall auf Erfrischungsstäbchen esse ich inzwischen zum ersten Mal in meinem Leben Senf. Seltsame Vorlieben hast du! P.P.S. Beim Niesen einen Tropfen verloren. WTF? Beckenboden, wo bist du?!"

Ebenfalls im 6. Monat waren wir zu einer digitalen Kreißsaalführung. Das läuft so ab: ein ganzer Haufen Kugelbäuche nimmt in einem Konferenzsaal des Krankenhauses Platz, begleitet von Männern mit Gesichtsausdrücken zwischen "Ich-habe-Feuer-gemacht" bis "Ich will zu meiner Mutti". Eine Ärztin, eine Krankenschwester und eine Hebamme werfen abwechselnd ein paar Eckdaten zu einer etwa 60-seitigen Powerpoint-Präsentation mit qualitativ mittelmäßigen Bildern von Wochenstation und Kreißsaal ein und wollen den potentiellen "Kundinnen" damit das Krankenhaus schmackhaft machen. Gezeigt wird der Ablauf vom Ankommen im Krankenhaus ("und an dieser Tür drücken Sie dann diesen Schalter...") bis zum Tag der Entlassung; ähnlich erschöpft wie nach dem realen Prozedere fühlt man sich auch nach der zweistündigen Vorstellung. Es zog sich unglaublich in die Länge und die Zwischenfragen mancher Männer waren an Komik fast nicht zu überbieten: "Sie haben also 3 Kreißsäle. Und was, wenn ICH die Nummer 4 bin?!" Die Hebamme hat allerdings so freundlich-gelassen gekontert, wie es wohl nur Frauen können, die seit vielen Jahren in diesem Bereich arbeiten: "Wenn wir nicht auch für diese Situation eine Lösung finden würden, hätten wir unseren Beruf verfehlt." Donnngg, voll auf die Zwölf. Eine der Hebammen würde ich jedenfalls gerne für die Geburt buchen, schade, dass das in der Form nicht möglich ist. Ein echtes Berliner Urgestein, weiblicher Mario Barth im Kittel, das die ganze Sache mit der richtigen Portion Humor betrachtet. Thema Babybett nach der Geburt: "Wat solln dit jetzt, denkt sich Baby. Eben war ick do noch im Bauch, wat soll ick jetzt mit nem eijenen Bett..?!" Hahaha. Gefällt mir!


"Hallo mein Schatz, 
aufregende Tage liegen hinter uns! Zuerst der Termin bei der Ärztin, nach 6 langen Wochen endlich mal wieder! Sie hat aber nur ganz kurz geschallt und nicht das zweite große Screening gemacht, weil sowieso 3 Tage später der Termin zur Feindiagnostik anstand, wo alle Organe genauestens untersucht und vermessen wurden. Alles bestens, du bist super entwickelt, "ausgeklappt" ganze 30cm lang, wiegst 470g und liegst mit dem Kopf oben. Was noch oben war, sind übrigens deine Füße (Fußsohlen 4cm lang, awwww), du liegst da wie ein Klappmesser. Von mir hast du diese Gelenkigkeit bestimmt nicht! Ansonsten wurden alle Umfänge/Durchmesser unter die Lupe genommen, Oberschenkelknochen, Herz (4 Kammern, alle genau zu sehen!), Galle, Leber, Harnblase, etc. Der Wahnsinn, was heutzutage alles möglich ist mit der Technik. Der Arzt hat ganz schön auf dem Bauch rumgedrückt, aber du hast die Mitarbeit verweigert. Ob da ein kleiner Steinbock durchscheint...? :) Dein Geschlecht wurde übrigens in allerletzter Sekunde vor der Feier nochmal bestätigt. Puh! Dann kann sie ja kommen, die Sex-Party!"


 "A baby is coming, as cute as can be. 
A boy or a girl - you're invited to see!"

Und dann war er kurz darauf auch endlich gekommen, der große Tag! Geregnet hat es zwischenzeitlich zwar kurz, tat dem Spaß aber keinen Abbruch! So viele liebe Menschen waren da, um unsere "Nummer 2" zu feiern!  
"Haben sich alle sehr mit uns gefreut, du hast jetzt schon viele Freunde!" 
Zu Beginn der Party musste sich jeder Gast für Team BLAU oder Team PINK entscheiden, seine Auswahl mit einer entsprechend farbigen Wäscheklammer an der Kleidung kennzeichnen und sich auf einer Leinwand mit pinkem bzw. blauem Namensschildchen verewigen. Als kleine Entscheidungshilfe gab es direkt daneben eine Übersicht mit den Old-Wives-Tales, den Ammenmärchen, die einer Schwangeren früher erzählt und anhand derer das Geschlecht des Ungeborenen vorausgesagt wurden, wie z.B. runder Bauch = Mädchen, spitzer Bauch = Junge, Lust auf Süßes = Mädchen, Lust auf Saures = Junge usw.


Dann gab es einen kleinen Laufzettel zum Ankreuzen, auf dem alle Aufgaben der Gäste einzeln aufgelistet waren, z.B. einen Hot-Dog vom Buffet essen, ein Polaroid-Foto mit den werdenden Eltern machen und sich damit im Gästebuch verewigen, einen Babybody bemalen, Entbindungstermin-Raten, Breisorten verkosten (Fisch im Gläschen ist echt eklig!), Bauchumfang schätzen, usw.
Ich lasse mal die Bilder sprechen, vielen Dank an dieser Stelle an Marco, den Fotografen!

Polaroid mit den Gastgebern



family & friends


der am Vorabend geschnitzte Melonenkinderwagen mit Mango-Baby <3



Wildlachs mit Gemüse? Rahmspinat? Oder doch lieber Früh-Karotten?


mit
Der Umschlag wurde im Laufe des Nachmittags gut gefüllt, ich bin gespannt,
wer richtig liegt und das Geld am Ende bekommt!

Die Bodies - hier noch ganz jungfräulich weiß

Bauchumfang schätzen und Maßband abschneiden - gar nicht so leicht!

Zusammenfassend wünschen die Gäste dem Baby meine Haare und Papas lange Beine ;)

Auf kleinen vorbereiteten Zetteln in der jeweiligen Farbe haben die Teams gegeneinander Stadt-Land-Fluss gespielt mit Kategorien wie Babyname, Babyspielzeug, Babypflegeprodukt etc., die männlichen Gäste durften ihre Wickel- und Anziehfähigkeiten zur Freude der weiblichen Zuschauer an zwei Puppenkindern unter Beweis stellen (die meines Mannes sind noch ausbaufähig) und dann wurden noch die passend abgeschnittenen Maßbänder zur Bauch-Anprobe gebracht (hier hat übrigens meine Oma gewonnen, auf den Zentimeter genau. Einer Schneiderin macht eben niemand etwas vor...) Als Preise für die einzelnen "Challenges" gab es je nach Team eine pinke oder blaue Pombär-Tüte, rosa Erdbeer- oder blaue Alpenmilch-Rittersport, pinke Gummibären-Ferkel oder blaue Schlümpfe. Herrlich doof, dieses Gender-Farben-Klischee, aber in diesem Fall einfach absolut passend!

Stadt-Land-Fluss mal anders

Zoé wickeln und anziehen gegen die Zeit, hier auf eine ganz spezielle Art und Weise...

 Als alle Aufgaben erledigt waren, wurde es langsam spannend. 
Wir holten den "Enthüllungs-Kuchen"...


...schnitten ihn gemeinsam auf, hoben ihn vorsichtig an uuuund...
PINK! IT'S A GIRL!



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<-- 5. Monat