Sonntag, 30. Oktober 2011

vom Glück

Mal was anderes...darf sich jeder eine Scheibe Käse von Abschneiden und mitnehmen :)

Es war ein Mal eine kleine Maus, die in den Wald hinaus lief, um ihr Glück zu finden. Sie war nicht wirklich unglücklich, aber richtig glücklich war sie eben auch nicht. Sie kam an einen Fluss und schaute neugierig hinein. Ob hier mein Glück ist? Ein Fisch sprang heraus und sagte: „Hallo Frau Maus, wie...“ Hüpf. „...kann ich dir helfen?“ Hüpf. „Ach, Fisch, ich suche mein Glück. Hast du es vielleicht gesehen?“ Der Fisch antwortete: „Ja, Frau Maus.“ Hüpf. „Dort entlang, durch dunkle....“ Hüpf. „...Wälder, vorbei an steinigen...“ Hüpf. „...Klippen und tiefen Schluchten.“ Hüpf. „Dort habe ich dein Glück gesehen.“ Hüpf. Die kleine Maus verabschiedete sich freundlich und lief in die Richtung, die der Fisch ihr gezeigt hatte. Sie lief und lief. Es wurde langsam dunkel im Wald. Ein schwarzer Schleier legte sich über die Bäume. Da erschrak die Maus plötzlich ganz fürchterlich, weil direkt neben ihr auf einem Baumstumpf eine Eule saß und ihr „HUHU“ in die Nacht schrie. „Mensch, Eule, ich bin gerade höher gesprungen als Mäuse es eigentlich können, weil ich mich so erschrocken habe!!!“ Die alte Eule begrüßte die Maus und bot ihr als Entschuldigung für den Schreck eine Tasse heißen Tee an. Es war bitterkalt im Wald geworden, die Maus freute sich sehr und nahm die Einladung selbstverständlich an. Durch das lange Laufen im Wald hatte sie gar nicht bemerkt, dass ihr Magen ungeduldig knurrte. Von Eules Tee-Keksen aß sie einen ganzen Teller voll auf. Noch nie hatten stinknormale Sandkekse mit Käsestückchen sooo gut geschmeckt!! Die kleine Maus erzählte der Eule, dass sie auf der Suche nach ihrem Glück sei und fragte, ob sie wüsste, wo sie es finden könne. Die Eule überlegte einen Moment, lächelte dann weise und antwortete: „Du kannst diese Nacht in meinem Baumloch schlafen. Morgen früh machst du dich wieder auf den Weg, läufst in nord-südlicher Richtung bis zum Horizont. Wo sich Himmel und Erde treffen, dort wartet dein Glück auf dich. Aber sieh dich vor – es lauern auch Gefahren dort draußen!“ Die Maus bedankte sich, konnte zwar mit den Himmelsrichtungen nichts anfangen, da hatte sie in der Schule nicht aufgepasst, aber war zu müde zum Nachfragen und schlief dankbar ein. Der nächste Sonnenaufgang kam, die Maus verabschiedete sich mit einem piepsigen HUHU von der alten Eule und lief in Richtung Horizont. Die Eule saß noch eine Weile auf ihrem Ast, sah die Maus immer kleiner werden und murmelte zufrieden: „Das Glück finden....es findet dich!“
Einige Zeit später war eine Schlange in diesem Moment aus ihrem Mittagsschlaf erwacht. Sie räkelte sich so gut sich Schlangen eben räkeln können und gähnte ausgiebig. Als sie gerade ihre beiden Zähne putzen wollte, hörte sie ein leisen Singen, das immer lauter wurde:
Das Waaandern ist des Mäuschens Lust....“
Irritiert kroch die Schlange aus ihrem Versteck um nachzusehen, wer sich traute, in der Mittagsruhezeit zu trällern. Da sah sie, wie sich ihr eine kleine Maus näherte und fröhlich hüpfend ihr Liedchen summte. Sie wähnte sich scheinbar unbeobachtet.
Pssssssssssssssssssssssst! Sssssssingen issssssssst hier sssssssstreng verboten!“
Die Schlange schoss aus ihrem Versteck und versperrte der Maus den Weg. Die Maus traute ihren Augen nicht. Eine Schlange war so ziemlich das Dümmste, was ihr hätte begegnen können. Panisch log die Maus: „A..a...a...aber i...i...ich h..h..habe ddd....den g..g...ganzen Weg hierher ge...ge...geübt, weil ich genau d...d....dir mein L..l...l....Lied vorsingen wollte! Eine alte Eule hat mir von dir erzählt: der schönsten Schlange im ganzen Land!“ Die Schlange überlegte einen Moment, hatte sie doch eigentlich großen Hunger und den Tisch schon vorsorglich mit Mäusebesteck gedeckt... Aber angesichts dieses Komplimentes wollte sie ihren Ruf nicht zerstören, lobte die Maus für den schönen Gesang und zog sich zurück. Auf die Frage der Maus nach dem Glück zischte die hungrige Schlange nur: „Sssuch weiter und höre auf dein Herzsssss. Esss wird dir ssssicher ssssschon bald begegnen.“ Gesagt, getan. Erleichtert über den guten Ausgang des Schlangentreffs legte die Maus ihren weiteren Weg fröhlich tanzend zurück. Sie balancierte ohne Angst über die tiefen Schluchten, an den hohen Klippen vorbei und kam an eine Lichtung. Ihr Ziel, der Horizont, schien überhaupt nicht näher zu kommen, je weiter sie lief. Als es plötzlich wie aus Eimern zu gießen begann, suchte sich die Maus einen Unterschlupf ganz in der Nähe. Sie wartete und wartete... Langsam kam auch die Sonne wieder heraus. Dann konnte sie endlich weiter nach ihrem Glück suchen. Aber was war denn das?? Da! Sie traute ihren kleinen Mäuseaugen kaum. So etwas Wundervolles hatte sie noch niemals in ihrem gaaanzen Leben gesehen. Alle Farben, die sie kannte, kamen dort zusammen und zogen ein großes Tor durch den Himmel. Und das bunte Tor endete... ja! Genau auf der kleinen Lichtung vor ihr! Die Maus fühlte sich in diesem Moment so groß und stark wie ein Bär und so frei wie ein Vogel! Sie sprang aus der Höhle heraus, höher als je eine Maus gesprungen war, sie tanzte das schönste Mäuseballett, drehte Pirouetten und sang so laut sie konnte: „Ich habe einen Schatz gefunden und er trägt tausend Farben...“
Als sie nur noch einen Mäusetritt von dem bunten Wunder entfernt war und es riechen, fühlen und schmecken wollte, war es plötzlich genau so schnell verschwunden wie es gekommen war. Die Maus drehte sich im Kreise, suchte überall, kletterte auf Bäume, sprang in Flüsse, alles ohne Erfolg.
Als sie klitschnass und traurig aus dem Fluss kletterte, hörte sie hinter sich ein vertrautes: „Hallo Frau Maus! Wieder da?“ Hüpf. Nanu, der Fisch? Sie drehte sich um und begrüßte ihn. „A..a...aber wie kann das sein?! Ich bin doch so weit gelaufen! Durch dunkle Wälder, vorbei an steinigen Klippen, wilden Tieren und tiefen Schluchten! Du etwa auch?“
Der Fisch lachte. Er lachte so doll, dass er gar nicht richtig antworten und man sein „Nein“ nur erahnen konnte. „Aber das heißt ja, dass ich im Kreis gelaufen und nun wieder ganz am Anfang meiner Reise bin?!“ weinte die Maus und eine dicke Träne kullerte über ihr Gesicht. Der Fisch tröstete die traurige Maus und fragte, ob sie ihrem Glück denn begegnet sei. Die Maus schüttelte den Kopf, aber erzählte dem Fisch dann aufgeregt und ausführlich von ihrer Begegnung mit der netten Eule, die sie bei sich hat schlafen lassen, dem leckeren Tee und den Keksen, dem Singen bei der Schlange und dem wunderwunderschönen bunten Tor auf der Lichtung. Der Fisch lächelte und sagte erstaunt: „Dann ist dir dein Glück auf der ...“ Hüpf. „...Reise so oft begegnet und du hast es....“ Hüpf. „...nicht erkannt?!“ Er winkte noch ein Mal zum Abschied mit der Flosse und schwamm dann eilig davon. Die Maus dachte einen Moment über die Worte des Fisches nach. „Das war mein Glück?! Aber ich wollte es doch finden und mitnehmen, damit ich es immer bei mir habe und immer, immer glücklich sein kann...“ HUHU.... Die Unterhaltung hatte die Eule beim Vorbeifliegen zufällig mitangehört und landete auf einem großen Stein am Ufer. Sie sagte: „Das Glück kann man nicht finden, liebe Maus. Es findet dich, wenn du springst, so hoch wie du noch nie gesprungen bist, wenn du tanzt, als ob niemand zusieht und wenn du singst, als ob niemand zuhört. Auf der Suche nach dem großen Glück verpasst du die vielen kleinen auf dem Weg. Denn das Glück wohnt nicht in einem riesigen Stück Käse, es ist in der Seele zu Hause. Und niemand kann zu jeder Zeit glücklich sein. Was du auf der Lichtung gesehen hast, war übrigens ein Regenbogen. Er entsteht, wenn es regnet und gleichzeitig die Sonne scheint.“ Die Eule zog etwas Kleines unter ihrem Flügel hervor und gab es der Maus. „Ich habe hier noch etwas für dich. Du magst doch Kekse. Aber sieh dich vor beim Essen. Er birgt ein Geheimnis! HUHU“
Mit diesen Worten breitete die Eule ihre Flügel aus und flog davon. Die Maus schaute ihr hinterher und war sich ganz sicher, einen dünnen bunten Schweif am Himmel gesehen zu haben, dort, wo die Eule entlang geflogen war. Sie rieb sich die Augen, biss hastig in den seltsam geformten Keks und fand dann, was die Eule gemeint hatte: einen Zettel! Darauf stand:
Ohne Tränen hätte die Seele keinen Regenbogen“
Die Maus saß noch eine Weile nachdenklich auf dem kleinen Stein und ging dann glücklich bis zu den Mäusezehenspitzen nach Hause, denn jetzt wusste sie, dass sie ihrem Glück tatsächlich begegnet war. Und würde es eines Tages an ihre Tür klopfen, sie würde ihm einen Stuhl anbieten. Und eine Tasse Tee mit Keksen...


Freitag, 28. Oktober 2011

...war Spaß!

Eine Woche "Nono krank ist" ist fast überstanden. Nach zaghaftem Beginn am Montag und exponentiellem Fieberanstieg mit apathischen Zuständen und der "alles-ist-falsch-Mentalität" am Mittwoch (und erneutem Kinderarztbesuch, lieber ein Mal zu viel...), ging es ihr gestern Abend schon wieder so gut, dass sie Witze reißen konnte. Ihr denkt - hä? Ist sie nicht vor ein paar Tagen erst "Swwaai Jahrre alt" geworden? Und dann schon Witze?! JA, haltet euch fest.
Folgende Situation:
Nona saß mit Jauli, ihrer Ur-Oma, vor dem Fernseher. Vor dem Sandmann ("Samba, lieber Samba") kommt eine Tierdoku aus dem Zoo Leipzig, also kein Trickfilm, sondern echte Tiere und echt sächsische Kommentare von den Wärtern :) Jedenfalls war dort ein großes, graues Rüsseltier zu sehen.
Jauli: "Guck mal, Nona, ein Elefant!"
Nona: "Nein! Ein Tiger!!"
Jauli: "Aber das ist doch ein Elefant!"
Nona (verärgert und sehr ernst): "Nein, Wauler (=Jauli)! Ein Tiger ist das!!"
Sie haben das nicht weiter ausdiskutiert. Etwas später unterhielt sich Sasa mit Fiona und fragte, ob Nona zu einem Elefanten Tiger gesagt hat, als sie mit Jauli vor dem Fernseher saß.
Was antwortet das Nono-Kind darauf? "WAR SPAß, SASA!"
I love her <3

Fräulein M. besitzt im zarten Alter von 2 schon eine ziemlich stattliche Büchersammlung: 2,5 Regale im IKEA-Hensvik-Schrank sind VOLL.
Ich weiß, für einen kleinen Menschen ziemlich viel "Lese"-Stoff, aber das ist nun mal mein Spleen. An einem schönen Kinderbuch kann ich einfach nicht vorbeigehen. Ihre Lieblingsbücher wechseln von Zeit zu Zeit. Momentan sind es die Licht-An-Bücher, die eigentlich für Kinder ab 4 sind, glaube ich. Prinzip funktioniert so: Ein paar bedruckte, dicke Papp-Seiten zu dem Thema des Buches und dann ein paar ganz schwarze Seiten mit einer Folie davor. Wenn man so auf die Folien-Seite raufguckt, sieht man wenig bis nichts. Nun kommt der Licht-An-Trick ins Spiel: hinten im Buch ist eine kleine "Taschenlampe" drin aus dünnem Karton mit einem weißen Lichtkegel vorne aufgedruckt. Wenn man nun die Lampe zwischen Folie und schwarzer Seite schiebt, kann man im weißen Lichtkegel sehen, was auf der Folie ist; das sieht wirklich aus wie Leuchten mit einer echten Taschenlampe. Sehr spannende Angelegenheit, das. Ich kann die Bücherreihe nur empfehlen! Aber zurück zum Lieblingsbuch: Tief im Meer heißt es.
Auf den ersten Folienseiten sieht man kleine Fische, Quallen, Seesterne, Seeigel, Krabben, etc. Alles, was sich so in Ufernähe rumtreibt. Auf den nächsten Seiten dann Makrelen ("Ooh, eine Slange!"), Clownfische, Schollen und noch weiter hinten Wale, Haie, etc. Nun waren wir ja Anfang Oktober in Eckernförde am "dooßen Wasser" (nachzulesen hier) und haben dort im Ostsee-Center Fische gefüttert. (Mittlerweile habe ich auch erfahren, was das rosa Glibber war, mit dem wir die Fische gefüttert haben: gekochtes Muschelfleisch. Ich nenn's trotzdem lieber Glibber. So!) Es gab dort Krabben, Seesterne, Schollen und einen Steinbutt. Letzterer hatte es ihr angetan. Er war der größte von allen und sah aus wie ein paniertes Schnitzel. Jetzt kam besagter Fisch auch in ihrem Buch vor. Sie sah ihn, überlegte einen Moment und präsentierte dann stolz seinen Namen: "Fischbutter" ^^ Mmmhhhh..... dann lieber Schnitzel!

Ein anderes Buch dreht sich um die Jahreszeiten. Das kann ich nicht uneingeschränkt empfehlen, weil (wirklich wahr!) es im Frühling regnen kann (Folie mit dicker Regenwolke), im Sommer ist man am Strand, dort scheint die Sonne, aber es kann auch ein Gewitter aufziehen (Folie mit dicker Gewitterwolke), im Herbst regnet es viel und alles wird grau (Folie mit....richtig: Regenwolke), dann gibt es auch Nebel (durchweg graue Folie mit ein paar "Gucklöchern", das ist der Nebel) und dann kommt der Winter (Folie mit Schnee und Schneemann), weiße Landschaften, Eiskristalle, zugefrorener See, Kinder spielen, etc. Da hat der Autor wohl eine ziemlich eindeutige Vorliebe... Keine sprießenden Blumen im Frühling, keine badenden Kinder im Sommer, keine bunten Blätter im Herbst, schade!
Also, die nächste Aufgabe wartet: Kinderbuch mit witzigen Reimen und bunten Jahreszeiten schreiben. Steht auf der To-Do-Liste für später.
Ich bin mir nicht sicher, ob Fiona sich aktiv an den letzten Winter zurückerinnern kann. Eher nicht, schätze ich. So staunte sie nun nicht schlecht, als sie die Folie mit Schneeflocken und dem Mann mit dem dicken weißen Bauch und der Möhrrübennase sah. Wisst ihr, wie er heißt? Nono: "Lehmann". Jetzt wird mir so einiges klar, z.B., wen Sven Regener in seinem Buch/Film da auf die Schippe (haha) genommen hat...

Gestern Morgen wollte ich Nona nach einer ausgiebigen Töpfchensitzung (+ Buch lesen, natürlich!) eine neue Windel anziehen. Sie sprang auf, rannte mit nacktem Po durch die Wohnung, aus der Kinderzimmertür raus und rief: "Tschüüüß!"
Ich musste grinsen, antwortete nicht, blieb auf dem Teppich in ihrem Zimmer sitzen und wartete. Worauf? Darauf, dass sie entweder wiederkommt (nicht sehr wahrscheinlich), ein Geräusch zu hören ist, was vermuten lässt, dass ein Zeh eine Begegnung mit einer Tür hatte (wahrscheinlich), dass ihr Mund intrakühlschrankulär eine Begegnung mit einer Kinder-Pingui-Verpackungsfolie hatte ("Mama! Deht nich!! Aufmachen!" - wahrscheinlicher) oder ein Fuß auf einem herumliegenden Puzzleteil ausgerutscht ist (am Wahrscheinlichsten). Oder das Klacken meiner Hackenschuhe, die sie mit Vorliebe anzieht, wenn sie sie findet. Nichts dergleichen! Statt dessen kam sie wieder um die Ecke, blieb im Türrahmen stehen und sagte mit Nachdruck: "Mama! Ich habe Tschüß gesagt!!" Heieiei...

Erinnert ihr euch noch an meinen Schüler, der zum Thema Dynamik eine nahezu geniale Eselsbrücke in den Raum geworfen hat?
Immer wieder dienstags... Sein Kumpel, dem Nachnamen nach mit Migrationshintergrund, verabschiedete mich mit den Worten: "Tschüß, Frau Müller. Nächste Woche bin ich nicht da. Da fahren wir zu meiner Oma. Da müssen wir 15 Stunden fahren, oder so!"
Ich: "Oh, wo wohnt deine Oma denn?"
Er: "Weiß ich nicht so genau."
Ich: "Aber wenn ihr 15 Stunden fahrt, dann wohnt sie bestimmt nicht in Deutschland."
Er: "Nee, die wohnt nicht im Land. Die wohnt in so 'nem kleinen Dorf. Da fahren wir immer ewig mit der Autobahn."

Und da soll man dann ernst bleiben ^^ Ich habe nicht weiter nachgefragt...

Aber bleiben wir doch in der Schule. Wem sagen die Namen "Saph" und "Jül" etwas?
Früher, vor laaanger Zeit, als ich noch in der Grundschule war, hat die Parallelklasse in der Weihnachtszeit eine Aktion namens Jul-Clap gestartet. Wir, die coole b-Klasse (b wie die Besten im Gegensatz zu den A.....ch lassen wir das), fanden das damals ziemlich albern, haben uns über die anderen lustig gemacht und wollten alle im Grunde nur eins: auch Jul-Clap machen.
Funktioniert folgendermaßen: in einem Lostopf sind alle Namen der Schüler einer Klasse gemischt und jeder zieht nun ein Kind ohne dessen Namen zu verraten. Dann wird der Geschenkewert festgelegt (z.B. 5€) und an einem ausgemachten Tag bringt jeder ein Geschenk mit und erhält im Gegenzug eins von einem anderen. Mittlerweile erkenne ich auch den Sinn darin, den die Lehrerin vor Augen gehabt haben muss, als sie die Sache angeleiert hat. Mitte/Ende der 90er gab es eine ziemlich starke Cliquenwirtschaft in den Klassen (oder gab's die zu jeder Zeit? Beatles vs. Stones? Pokemon vs. Sailormoon? Supernanny vs. Zwegat?). Ein bisschen wie bei den Hells Angels in abgeschwächter Form ging es zu bei Diddl-Clique gegen Wendy-Mädels. Die ganz coolen lasen schon BRAVO, hatten mit 12 ihr erstes Mal natürlich schon laaaange hinter sich und die übriggebliebenen Jungs interessierten sich angeblich für AUTO-Bild oder FHM, standen aber eigentlich noch jede Woche am Zeitungsladen an, um das Taschengeld für die neue MickeyMouse mit den tollen Extras auszugeben... Man kann ja nie wissen, wofür man so ein Um-die-Ecke-Fernglas mal gebrauchen kann! Um diese Cliquenwirtschaft ein bisschen aufzubrechen, wurde nun also in der a-Klasse der Jul-Clap zelebriert. Ich habe jetzt mal nachgelesen: Jul-Klapp, wie er sich korrekt schreibt, ist norddeutsch und das Gleiche wie Wichteln, was vielleicht mehr Leuten etwas sagt. Das sogenannte Mottowichteln kann laut Wikipedia - meiner 3. Gehirnhälfte - beinhalten:
"Schrottwichteln, Ramschwichteln, Gammelwichteln, Horrorwichteln, Ekelwichteln, Fieswichteln, Schrott-Julklapp und Greuelklapp. Dabei soll der Schenkende Humor und Originalität unter Beweis stellen, im besten Fall wird auch ein Bezug zum Beschenkten hergestellt."

Haha, wie originell!
"Mensch, Peter, das ist aber nett von dir! Ein benutzter Zahnstocher und ein kaputter Autoreifen, das habe ich mir schon immer gewünscht! Danke!!"
"Bitte, bitte, keine Ursache. Die Petersilie zwischen deinen Zähnen nervt mich nämlich schon seit wir uns kennen. Und der Reifen, naja, weißt du, du bist ein ziemlich Sonntagsfahrer. Und weil ich es hasse, wenn Leute ihre Fahrzeuge um die Kurve tragen, dachte ich mir, mit einem kaputten Reifen wirst du sicher in Zukunft eher den Bus nutzen...."

Aber eigentlich wollte ich gar nicht über den Julklapp berichten, sondern über Jül und Saph. Der Julklapp war nur das erste, was mir eingefallen ist, als ich Jül gehört habe. Besagte Begriffe bezeichnen beide das Gleiche, sind Zusammensetzungen des 21. Jahrhunderts und eine Sinnlosigkeit vom Feinsten, wenn ihr mich fragt.
Gespräch mit dem Schulleiter:
"Ich wollte fragen, wann ich in die ersten Klassen gehen und den Musikgrundkurs vorstellen darf."
"Wir haben keine ersten Klassen."
"Aber....äh....vor 2 Wochen war doch Einschulung...?!"
(grinst)
"Ja. Aber wir haben trotzdem keine ersten Klassen."
"Wie kann das sein?! Keine Schulanmeldungen?!"
"Doch, das sind die Saph-Klassen."
In mir dachte es. Saft-Klassen?!
Er sah meinen ratlosen Blick und klärte den Saft auf:
Saph ist die Bezeichnung für "SchulAnfangsPHase", ein System, in dem die ersten 2 bis 3 (!!!) Klassen der Grundschule gemeinsam unterrichtet werden. Aha! Aber jeder mit einem Fünkchen pädagogischem Verständnis müsste doch darauf kommen, dass der Unterschied zwischen einem Kindergartenexmatrikulanten und einem Zweit- oder gar Drittklässler, der bereits 1 Jahr oder mehr in Lesen, Schreiben, Rechnen und Stillsitzen unterrichtet wurde, größer nicht sein kann. Sind Geschwister 10 und 14 Jahre alt, ist der Altersunterschied mindestens 10x so groß wie mit 24 und 28, geschweige denn mit 80 und 84. Das ist einfach so! Weise Menschen sagen, die Schüler könnten sich gegenseitig helfen und das soziale Miteinander würde dadurch stärker gefördert. Mal von dem Sozialzeug abgesehen, wie spannend ist es denn für einen Drittklässler, zum dritten Mal zu lernen, wie man ein A schreibt?
Ich hoffe einfach, dass es bis 2015 wieder eine ganz normale 1. und eine ganz normale 2. Klasse gibt und das soziale Miteinander der großen Pause auf dem Schulhof überlassen wird...Der Vollständigkeit halber: Jül ist die Bezeichnung für JahrgangsÜbergreifendes Lernen. Warum nicht einfach BlÖdSInn? Oder MiST?


Nona geht heute auch "in Schule", in die Musikschule zu Mamas Kleinkind-Musikkurs. Als ich sie heute Morgen fragte, ob sie weiß, wie die anderen Kinder dort heißen, sagte sie: "Kinder".
Ich: "Ja, aber weißt du auch, wie die heißen?"
Sie: "Heißen nur Kinder"

Sie singt nicht nur mit den anderen Kindern, sondern spielt ja zu Hause auch gerne auf Instrumenten. Aus "Papas Zeug" ist mittlerweile völlig korrekt das "Schlagzeug" geworden, aber die Gitarre ist und bleibt seine "Karre". Als sie gefragt wurde, ob sie Glockenspiel spielen kann, sagte sie ganz entrüstet: "Nein! Nono spielt Ajorjon!"


Nachdem ich für das Durchlesen des Alltagsphänomene-Posts fast genauso lange gebraucht habe, wie für's Schreiben, habe ich mir wirklich Gedanken darüber gemacht, ob mein Mitteilungsbedürfnis zu hoch ist und manche Posts zu lang zum Lesen sind. Aber wenn sich eine Woche Wortfetzen im iPhone-Notizblock ansammeln, dann wollen die aufgeschrieben werden. Und dann noch der fehlende Mittagsschlaf der Prinzessin...Naja, den Rest kennt ihr ja. Und dann kommt da eben so einiges zusammen.
Gestern habe ich aber gegenteiliges, sehr positives Feedback bekommen von 2 treuen Lesern, die sich den neuen Post sogar "aufheben" als Belohnung für nach der Klausur oder für den nächsten Tag auf Arbeit ^^. Mille Grazie! :) Sowas hört man gern!

Eins wollte ich euch noch zeigen: unsere Schuhe.
Wir haben die klassische 80%-20% Verteilung, nur umgekehrt.
8 Paar seine, 2 Paar meine, aber alles Größe 42, also eigentlich ist es völlig egal. Man zieht die an, die gerade vorne stehen. Dumm nur, wenn er die mit den Hacken erwischt ^^. Nono steckt uns, was Schuhanzahl angeht, beide locker in den Sack...Aber das kennt ihr ja schon :) Habt ein schönes Wochenende!

Montag, 24. Oktober 2011

Phänomene des Alltags

....der nächste Mittagsschlaf kam...nicht! Zumindest nicht gestern, am Sonntag. Heute ist es nicht mehr mein Bier, sondern das von "Mautes" [Mautes heißt eigentlich Frau Mautes und ist Nonas Kindergärtnerin].

Phänomen Nr. 1: 16x + 4y = -5z
(x = ein laut erzählendes Kind, y = Teilchenbewegung (Schubsen), z = Nerven der Aufsichtsperson)

Manchmal gibt es so Tage, die gibt's eigentlich gar nicht. Und damit meine ich nicht den 29. Februar. Heute Morgen war so einer in der Montagskita. Ich weiß nicht, was genau heute falsch war. Das Wetter? Der Wochentag? Meine Ohrringe? 2/3 der Stunden waren einfach nur laut, so dass ich mit einem mit den Händen geformten Megaphon eine Kreisaufforderung in die Runde gerufen habe und geduldig auf deren Ausführung warten musste. Bei Gruppen ab 10 Kindern ist eine Erzieherin dabei, die für Zucht und Ordnung sorgt, so dass ich mich wirklich dem widmen kann, wofür ich in die Kita komme: Musik. Deswegen sind Montage und Dienstage eigentlich immer recht entspannt. Erzieher sind aber schon ein seltsames Völkchen. Abgesehen von teilweise atemberaubend schlechten Kenntnissen der muttersprachlichen Grammatik ("Scharlien, gebe den Schastinn die Schippe zurück und nehm den Eimer wieder!") fühlen sie sich auch manchmal einfach nicht zuständig. Aber wie sagte unser ehemaliger Dozent immer, wenn wir ob der geballten Ladung an Theorie in Methodik stöhnten? "Sinn und Zweck dieser Veranstaltung ist es nicht, erholt nach Hause zu gehen."
Wie wahr, wie wahr, liebe Erzieherinnen. Einige sind sich für nichts zu schade und tanzen, singen, spielen, raten mit "ihren" Kindern mit, was das Zeug hält. Andere freuen sich über die 45 min "Auszeit" ^^ Die Erzieherin der 16-Kinder-starken Gruppe heute früh ignorierte die Dezibelzahl im Raum (die zeitweise an einen Presslufthammer erinnerte), überließ mich meinem Schicksal und meinte nach der Stunde freundschaftlich, sie möchte mir einen Tipp geben: immer Junge, Mädchen abwechselnd setzen, dann ist es das nächste Mal nicht so laut.
Ich sag da jetzt nix mehr zu............
Die letzte Stunde war sehr erfrischend ruhig und konzentriert mit einem wunderschönen "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach" (Kind: "Da muss ich immer fast heulen. Da ist die Musik so schön!") mit den "Klockhölzern". Ruhig war es bis zum Lied mit den Halloween-Gespenstern, die schreien, um die anderen Geister aus dem Spukschloss zu verjagen. Aber da war ich drauf vorbereitet ^^

"Es gibt auch Skelett-Kostüme. Wisst ihr denn, was ein Skelett ist?"
"Ja, ein gestorbener Mensch."

Phänomen Nr. 2: Versuche nicht, etwas schnell zu erledigen, wenn du es eilig hast. Murphys Hausfrauen warten nur darauf!

Kennt ihr das? Wenn man den Supermarkt betritt, sitzt eine Kassiererin "arbeitslos" herum, die andere hat 2 Kunden: einen, der gerade bezahlt und einen, der dahinter seine Waren auf's Band legt. Gut gelaunt und voller Vorfreude auf das Mittagessen, dessen Zutaten man noch schnell besorgen muss, rennt man durch REWE und hält ab und zu mal den Arm raus, um im Vorbeigehen Fleisch, Eier, Milch, Saft und Kaffee zu greifen. Korb, geschweige denn Wagen, hat man gar nicht erst genommen, denn man wollte ja nur schnell ein paar Kleinigkeiten mitnehmen. Man sieht sich schon beim Bezahlen, als plötzlich - auf den letzten Metern vorm Ziel - lauter Hausfrauen lauern, deren einzige Aktivität am Tage scheinbar darin besteht, einkaufen zu gehen, und ihre prallgefüllten Wägen aus den letzten 3 Gängen vor den Kassen alle gleichzeitig rausschieben und sich an die eine noch offene Kasse anstellen. Die zweite hat inzwischen geschlossen, hatte ja nichts zu tun. Ich glaube, die Hausfrauen haben genau auf mich gewartet. Vermutlich haben sie mich schon auf dem Parkplatz gesehen und ihren hinterhältigen Plan ausgeheckt, als sie mich ohne Korb am Eingang gesehen haben... Paranoid, sagt ihr? Und dann schreibt sie noch einen Blog? Naja, auf einen Verfolger mehr oder weniger kommt's dann auch nicht mehr an ^^ Ich schicke also Stoßgebete an den REWE-Gott und bitte ihn um eine zweite Kasse. Er gibt wohl grad sein Pfand ab. Mein Flehen wird nicht erhört. Die Hausfrauenmafia schaufelt Milch in Stiegen und Eier in rauhen Mengen auf das Band. Eine Hühnerfarm wäre günstiger gewesen, denke ich. Meine Milch und mein Saft werden langsam schwer. Ich spüre Druckstellen an den Unterarmen, veratme den Schmerz, denke kurzzeitig über ein Überraschungsei für Nona nach, um ihr eine Freude zu machen, wenn sie aus der Kita kommt, aber verwerfe den Gedanken wieder: mir fehlt ein Arm. Und der REWE-Gott? Hat schon 5,25€ auf seinem Pfandschein...
Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich dran bin, meinen Einkauf auf das Band zu legen und die Wunden an meinen Armen zu verarzten (*puuust*), höre ich das nuschelig-schwammige "2.Kasse, bitte" und kurz danach ein piepsiges "Sie können auch zu mir rüber kommen!". Argh! Danke!

Phänomen Nr. 3: Plastetüten sind Penner (nein, der ist nicht vom RTL-Texter).

Der Einkauf, für den ihr weder Korb noch Wagen gebraucht habt, kostet satte 25€ und füllt eine Plastiktüte bis zum Rand. Während die Hausfrauenmafia ihre Lebensmittelvorräte bis Ende des Jahres in ihren Fahrradanhängern verstaut, rennt ihr mit dem Sack ein Mal quer über den Parkplatz Richtung Auto, die Zeit im Nacken. Auf halber Strecke passiert was? ....genau, Plastetüten sind eben Penner.

Phänomen Nr. 4: Ampeln wissen, wenn du es eilig hast. Kinder auch.

Bis halb 8 war noch alles gut. Aufgestanden, Mama fertig, Frühstückstisch gedeckt. Kind geweckt. Töpfchen. Buch lesen. Und wer wann genau die fehlenden 8 Minuten geklaut hat, weiß ich auch nicht.
"Iss mal deine Stulle, Nona. Wir fahren jetzt in den Kindergarten."
"Nein. Sasa fahren."
...
"Such schon mal deine Schuhe!"
"Nein. Hau-ssuhe anlassen!"
"Aber mit den Hausschuhen kann man doch nicht rausgehen. Die sind für zu HAUSe."
...
"Komm mal her, Mütze aufsetzen."
"Ande Mütze!"
"Nein, es ist so kalt draußen. Lieber die warme Mütze!"
"Nein. Lieber die."
...
"Handsshuhe an!"
"Soo kalt ist es nicht. Die brauchst du noch nicht anziehen."
"Doch, Handssuhe an!"
(beim Hineinschlüpfen steckte der Daumen dort, wo er hingehört und die restlichen 4 Finger alle in einem Loch)
Nach Fingersortieren und Jackenärmel hoch- und wieder runterschieben zum Anziehen ging ich auf Toilette.
Nona kam hinterher mit den Worten: "Handsssuhe lieber aus!"

Wenn man mit exakt 50 Stundenkilometern unsere Kitastrecke fährt, schwimmt man genau auf der grünen Welle über ca 1,5km. Heute müssen die Ampeln anders eingestellt gewesen sein. Nur so kann ich's mir erklären. Wir standen. Und warteten. An j-e-d-e-r Ampel. Erbarmungslos dröhnte das Lied vom Elefanten aus den Radiolautsprechern (Nona: "Laut machen! Lauter!") Normalerweise läuft es ca. 4 Mal auf dem Weg zur Kita. Heute waren es gefühlte 10! Das rote Ampellicht leuchtete genau so hämisch wie die Digitalanzeige der Autouhr. Und auch die ging heute Morgen ein bisschen schneller als sonst...

Phänomen Nr. 5: Tankstellchen und der böse Golf

Es gab ein Mal zwei Tankstellen namens Shelly und Arialle. Die eine war blau und die andere gelb. Aber das machte den Tankstellen gar nichts aus, denn schließlich gab es Leute, die lieber gelbes Benzin tankten und andere, die wiederum lieber das blaue mochten. Die beiden Tankstellen wohnten sehr dicht beieinander. Kein Kilometer war es, der sie voneinander trennte. Eines Tages fuhr der böse Golf durch die Stadt, auf der Suche nach Nahrung. Fände er nichts, würde er röchelnd stehen bleiben und die gelben Engel trügen ihn davon. Der Golf aber wurde schnell fündig. Er rief: "Shelly, Shelly, lass deine Säule herunter, ich brauche dies(el)."
Satt und zufrieden fuhr der Golf weiter und kam alsbald bei Arialle vorbei. Beinahe wären ihm vor Ärger die Lichter rausgefallen! Der blaue Stoff kostete sage und schreibe 6 Cent weniger. In dem Golf rechnete es. 6 Cent pro Liter. Bei der Größe des Tankes eine Ersparnis von.....ach was kümmert's den Golf? Er tankt eh immer für'n Zehner ^^

Phänomen Nr. 6: Selbst die Phantasielosesten sind nicht zu unkreativ, sich abenteuerliche Ausreden einfallen zu lassen.

"Wo sind deine Noten?!"
"Die nimmt meine Schwester immer mit in den Kindergarten..."

"Und wo sind deine Noten?"
"Meine Mappe war schon voll. Die haben nicht mehr reingepasst!"
(schmaler A4-Schnellhefter mit 4 Notenblättern...)

"Ich konnte nicht üben. Meine Eltern haben sich getrennt."
"Das tut mir leid. Aber, sag mal, sind die nicht schon getrennt?!"
"Doch.... zum 2. Mal...."

Und eine wahre zum Schluss: "Zu Hause klappt's!"

Phänomen Nr. 7: Erst den Satz beenden, dann das Telefon abnehmen. (oder: auch die fluchen)

"...ist mir doch egal evangelische Sonnenblumen-Kita, hallo?"

Phänomen Nr. 8: Auf direkte Fragen folgen direkte Antworten.

"Hast du Kaka drin?"
"Nein."
"Soll ich dir das glauben?"
"Nein."

Nona springt von ihrem Fernsehsessel und stößt sich das Knie. Am nächsten Tag zeigt sie mir das Aua (nichts zu sehen) und ich frage, weil ich nicht dabei war, was sie gesagt hat, als sie gesprungen ist ("aua, mein Knie!" laut Sasa). Sie: "Allez hopp!"

"Hast du eine Freundin im Kindergarten?"
"Ja."
"Wie heißt die denn?"
"Leon."

"Ein Kuchen, das."
"Ja, so ähnlich. Das ist ein Donut."
"Nee! Donnert nich!!"

"Hör auf, Nona, sowas machen nur Babys."
"Nona Baby ist."
"Nein, du bist groß! Was machen denn Babys?"
"Weinen."
"Noch was anderes?"
"Nein. Nur weinen."

Vor ein paar Tagen:
"Was ist das für ein Gemüse, Nona?"
"Kakika" (Paprika)

Gestern:
"Schmeckt dir das? Das ist eine Khaki."
"Ja, Kakika."

Heute Morgen:
"Heute kommt Katja uns besuchen."
"Ah, Kakika."

An den Toiletten eines Einkaufscenters:
Frau bezahlt die 30 Cent Klogebühr mit einem 10€-Euro-Schein. Die Toilettenfrau kramt eine ganze Weile und überreicht ihr dann 2 Hände voll Wechselgeld mit den Worten: "Hier ist ihr Rückgeld. Zähln se ma lieba nach."
Frau: "Nein, ich vertraue ihnen jetzt mal."
Klofrau: "Nee, ick hab ja nich Mathe studiert. Zähln se lieba nach!"

Phänomen Nr. 9: Manchmal ist Mehrzahl bilden ganz schön schwer. Und manchmal auch ganz leicht.

Das Rad - die Räder
Das Meer - die Meere
Die Ampel - die Ampeln
Der Kalender - die Kalender

"Nona, möchtest du Ei essen?"
"Ei ja"

Das Ei - die Ei-Ja

Phänomen Nr. 10: Eselsalami ist nicht das Gleiche wie Edelsalami.

Neulich beim Fleischer...

Phänomen Nr. 11: Wenn sie sich Befehlen widersetzen, dann korrekt, ABER.

"Was machen wir immer, wenn ich eine Lucy-Geschichte vorlese? .... Genau! Den Mund abschließen und den Schlüssel weeeit weg legen."
Ich lese vor und sehe aus dem Augenwinkel, wie ein Kind auf den Boden ins Leere greift, die Hand zum Mund führt, hin und her bewegt und dann erst mit dem Nachbarn tuschelt. Immerhin konsequent. Zu ist zu! Vielleicht sollte ich die imaginären Schlüssel einsammeln nach dem Abschließen und erst nach der Geschichte (oder noch später? ;) wieder austeilen. Ha!

Phänomen Nr. 12: Meine Waschmaschine liest meinen Blog.

Seit Samstag isst sie auch Taschentücher.


Nach den 12 Phänomenen gibt's nun auch mal wieder 7 Sachen, die wir am Wochenende gemacht haben:
der magischen Anziehungskraft der verflixten Dose Penatencreme nachgegeben, mit Emily Rehe und "Höösche" beobachtet, gebastelt, gemalt, gegessen, gestaunt, geklebt, gelacht, aufgeräumt, ...

Samstag, 22. Oktober 2011

Der nächste Mittagsschlaf kommt bestimmt...

Samstag um 1, Kind macht Mittagsschlaf, Bastelüberreste sind beseitigt, ich setze mich an den Laptop, öffne Blogspot und freue mich über ein weißes, jungfräuliches Eingabefeld für unsere Neuigkeiten aus der letzten Woche. Vor mir liegt eine Stunde ungestörter Schreibspaß, hach, I'm lovin' it! Da geht die Tür zum Arbeitszimmer auf, eine Prinzessin im Schlafrock kommt um die Ecke und sagt:
 "Nono aber wach ist, Mama! Kannnich schlafen!"
Sie vermittelt uns mit klaren Anweisungen ("Fotos gucken!", "Lala an!", "Nono malen"), wie sie sich ihren Samstag vorstellt, also müsst ihr euch mit dem News-Post noch ein bisschen gedulden :) Der nächste Mittagsschlaf kommt bestimmt!
Ich darf eben nicht vor dem Schlafengehen ankündigen, was wir nach dem Schlafen machen ("zu Emily fahren"). Dann denkt das Nono-Kind anscheinend: wenn ich nicht schlafe, machen wir gleich die Aktivität für nach dem Schlafen. Merke!

Im Moment sitzt sie mit Papa vor der Waschmaschine und staunt über das Karussel dort drinnen. Ich werde mich dazu gesellen. Schon faszinierend, so ne Waschmaschine. Mehr als das Karussel fasziniert mich allerdings die Tatsache, dass unser Whirlpool (so heißt sie) Bolognesesoße, Malfarben, Speiseeis und Windelausläufer frisst und die Sachen nach dem Karusselfahren (meistens) wieder ihre ursprüngliche Farbe haben. Außer den Flecken frisst unsere Waschmaschine übrigens Socken (welche tut das nicht?), Taschentücher, Feuerzeuge und Geld. Letzteres spuckt sie meistens ungekaut wieder in den Gummispalte am Eingang. Den Geschmack von Taschentüchern probiert sie jedes Mal aufs Neue aus und stellt erst beim "Kauen" fest, dass sie ihr doch nicht schmecken...
Das Müller'sche Wäschesystem ist übrigens auch interessant. Es gibt 5 Kategorien:

1) Nonos Sachen (rosa/lila)
2) Mamas Sachen (schwarz)
3) Mamas (+Nonas) Sachen (weiß)
4) Mamas Sachen (rot)
5) Papas Sachen

Ja, ihr habt richtig gelesen. Papas Sachen. Als ich mal fragte, welche Farbe er gerade waschen will, antwortete er: "Was, welche Farbe?! Meine Sachen, halt!"
Und so kam es, dass den Sandmann auf Nonas Bettwäsche nun eine rosa Mütze schmückt und ex-weiße Papa-T-Shirts mittlerweile den Farbkombinationscode "grauß" tragen ^^ Shit happens.

Oha, eben höre ich aus der Küche:
"Komm, jetzt räumen wir dein Zimmer auf. Mit dem Staubsauger...."

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Trotteliger Texter

Ich glaube, mit der Prinzessin können wir uns spätestens in ein paar Jahren warm anziehen...
Gestern:
wir aßen beide Wurstscheibchen von einem Brett, von der Hand in den Mund, sozusagen.
Plötzlich guckte sie mich wütend an und sagte allen Ernstes:
"Nich! Nonos Lalami! Buck aus, Mama! Da, in Teller! Nono böse! Buck aus!!"
Vor Lachtränen konnte ich weder Kind noch Lalami erkennen. Nono böse! Woher hat sie das?!

Schön ist, wenn ihr etwas runterfällt. Also die reine Tatsache ist natürlich eigentlich je weicher, desto unschöner (nicht schlimm: beschalter Apfel, hartes Spielzeug, geschlossener Fruchtzwerg. Bisschen schlimm: angefangene Banane, gefüllter Trinkbecher, offener Fruchtzwerg. Sehr schlimm: volles Töpfchen und alles, was viel Geld kostet), aber was sie sagt, ist süß. Es heißt im Non'schen nämlich nicht ge- sondern ver-fallen, z.B.: "Oh, Mama, Appelsine verfallen!"
Und ich hab sie - die Apfelsine, nicht Nono! - gedreht und gewendet und konnte beim besten Willen kein aufgedrucktes Datum finden ^^

Ich habe das Nono-Kind letztens gefragt, ob Mama noch einen anderen Namen hat.
Erst sagte sie ganz entrüstet: "Nein!" und auf mehrmaliges Nachfragen entschied sie sich für: "Mutter".
Mama Mutter Müller, angenehm!

Ich habe ja hier im Blog schon mal darüber berichtet, wie sie oft mit "Pomme deich!" (Komme gleich) antwortet, wenn ich sie rufe. Seit gestern gibt es etwas Neues:
"Pomme nell!" und "Ich pomme nich."
Na toll!

Registrierkasse ("Tasse") und gefüllter Lebensmitteleimer sind momentan die liebsten Spielsachen. Ihre Kasse hat einen Knopf, auf dem "MIC" steht und eine Art Stiel, der aus dem Spielzeug herausragt, an dessen Spitze das kleine Mikrofon versteckt ist. An ihrem Geburtstag standen mehrere Erwachsene kurzzeitig vor dem Problem, dass das Mikro nicht funktioniert, weil sie nicht gesehen hatten, dass man dazu den Knopf drücken muss. Nona weiß jetzt ganz genau bescheid und so hörte ich heute Morgen aus dem Kinderzimmer rauschig und schwammig, wie aus den richtigen Supermarkt-Lautsprechern: "Nono bitte Tasse".

Ihre Süßigkeiten unterscheidet sie mittlerweile nach "Lade", "Bummibärchen", "u-i" (Kinder Pingui), "Wuchtzwerg" und "Bonbon", immer in Zusammenhang mit "Nono" und "haben", übrigens. Gestern gab es Erdbeeren. Ich weiß, keine Saison mehr, aber wenn die einen so rotbäckig anlachen im Laden kann ich nicht anders....Ich freute und wunderte mich zugleich über den geringen Preis und stellte an der Kasse fest, dass es nur eine 250g-Schale war...tadaa! Jedenfalls sagte Nona, als ich beim Erdbeeren-Abwaschen war: "Nono Bärchen haben!". Jetzt gibt es also nicht mehr nur Gummibären und Glücksbärchis, sondern auch die Erd-Bärchen. Süß.

Habt ihr am Montag "Bauer sucht Frau" gesehen? Wenn man das guckt, kann man sich das Comedyprogramm klemmen.
Wer sind schon Mario Barth, Cindy aus Marzahn und Kaya Yanar gegen den liebevollen Lausitzer Dirk und den sanften Schweinebauern Friedrich? Friedrich ist übrigens nicht nur sanft, sondern vor allem fit, schließlich joggt er jeden Tag 300m. Top!
Mal ganz ehrlich - was ist denn das für eine Freakshow diesmal?
Der einzig gutaussehende ist der Schwule. Und der Rest? Alles Schauspieler? Es fällt mir manchmal schwer zu glauben, dass das tatsächlich alles so sein soll. Aber auch manche der Frauen: dumm, respektlos, forsch und frech - aber er kickt die nette Berlinerin raus und nimmt die andere Olle erstmal mit auf seinen Hof. Naja, versteh das, wer will. Ich habe jedenfalls am Montag Abend mitgetippt. Derjenige, der für Inka Bause die Moderationen schreibt, gehört in den Schweinestall gekettet. Vielleicht überlegt er sich dann dort nochmal seine Formulierungen: der muntere Milchbauer, der fröhliche Friese, der liebevolle Lausitzer, der sanfte Schweinbauer und der (Achtung, die "Alliteration" zählt nicht zu seinen Besten) fleißige Pferdebauer. Ein ziemlich kräftiger Bauer aus dem Schwabendländle sagte übrigens sehr passend: "Ohne Mampf kein Kampf." Was für ein Schlusswort, das muss ich mir merken. Toll ist auch, dass die Frauen in der Sendung manchmal in einem Satz vorgestellt werden à la: "die blonde Gisela und die Sozialpädagogin Monika". Als wären "blond" und "Sozialpädagogin" aus der gleichen Kategorie der Eigenschaften. Hat beim Thema "Charakterisierung" in der Schule nicht aufgepasst, der Gute. Aber bei Alliterationen war er da. Immerhin!

Im Kindergarten wollten sie mir heute die Klanghölzer als "Stöcke", "Klingeln" und "Holz" verkaufen. Als ich den Tipp gab, dass der gesuchte Begriff mit "Kl" anfängt, rief ein Kind: "Ach, jetzt weiß ich's! Ein Klockholz."
Wenn man nach der reinen Lautmalerei geht, wäre Klockholz sogar treffender, wie ich finde. Oder in Anlehnung an den RTL-Texter: das klockende Klangholz.
Hm, lassen wir das...
Als ich fragte, was Lucy und ihr Cousin denn letztes Mal auf dem Bauernhof erlebt haben, begriff ich nicht gleich den direkten Zusammenhang, als einer sagte:
"Ich glaube, er hat eingekackert."
Mit er meinte er offensichtlich nicht Lucys Cousin. Das wüsste ich ^^ Ich entging dem Ganzen, in dem ich sagte: "Ach was, echt? Dann kümmert sich nachher eure Erzieherin darum..." Bei aller Liebe...

Wir singen in der Früherziehung gerade "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach". Hand hoch, wer kennt's?
Ah, ich seh schon. Gute Vorbildung habt ihr! Es ist erstaunlich (und erschreckend in erster Linie!), wie viele Kinder dieses bekannte Lied nicht kennen. Noch nie gehört. Warum nicht?! Vereinzelt hat's mal jemand auf Kassette oder schon mal gesungen. Aber die Mehrheit guckt mich an wie ein Klockholz, wenn ich den Titel nenne. In einer 15-Mann-starken Gruppe mit überwiegend Kindern (ich drücke mich mal korrekt aus) ohne Migrationshintergrund (auch wenn die Vornamen das vermuten lassen könnten, Schulzmeierschmidt am Ende verrät sie!), kannte es einer: Tayo aus Afrika.
So gehe ich Freitag Abend also mit der Gewissheit ins Wochenende, dass ich +- 200 Kindern ein Stück deutsches Liedgut näher gebracht habe. Bei dem Spaß, den alle am gemeinsamen Singen haben, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum mit den Kindern so wenig gesungen/Musik gehört wird. Schade! Auch nicht getroffene Töne findet der (eigene) Nachwuchs toll. Hauptsache Mama/Papa hören!

Es ist schön, wenn das eigene Berufsbild vielseitig und abwechslungsreich ist. Davon können Musiklehrer (haahaa, 5€ in's Phrasenschwein, ich weiß) ein Liedchen singen. In meinem Unterricht geht's also nicht nur früh um den Bauernhof, sondern am Nachmittag auch um Instrumente, Noten, Theorie, Artikulation, Dynamik und um die lebenswichtige Frage, welche Stangen bei dem verflixten Notenständer nach oben und welche nach unten müssen. Vielleicht ist das Thema "Dynamik" noch dem einen oder anderen aus dem Schulmusikunterricht bekannt. Wenn "forte" in den Noten steht, spielt man laut. Bei "piano" spielt man leise. (Kommt, einen darf ich noch: nein, "piano forte" heißt nicht, "das Klavier ist weg") Ein Schüler fragte mich gestern, was f und p heißen. Ich erklärte es ihm, woraufhin er seinen Mitschülern erläuterte, wie sie sich das merken können: p wie "psst" und f wie "folle Kanne".
Immerhin, ihr werdet's bestimmt nie wieder vergessen ;)

Montag, 17. Oktober 2011

Was that today?!

"Halli Hallo - Lucy sing' und tanz mit uns!"
Die Ferien sind vorbei und die Früherziehung geht in eine neue Runde. Ich glaube, es heißt nicht "Früh"erziehung, weil man im zarten Alter von 6 Monaten damit anfangen kann, sondern weil es immer so früh statt findet...Das Aufstehen war heute eine ganz schöne Herausforderung. Vor den Ferien war es dämmerlich hell um 10 vor 7.
Heute früh war es noch NACHT! Ich mache das Licht an, was sagt das Kind?
"Nich, Mama!! Nono heiert noch!!"


Das ist übrigens der (nicht vollständige) Inhalt ihrer stattlichen Schuhecke, der sich allein in den letzten 6 Monaten (!) angesammelt hat. Wenn sie den Schnitt hält, macht sie - im Gegensatz zu ihrer Mama mit Gr.42- dem gängigen Klischee ja alle Ehre... Daneben steht auch gleich die Kasse, damit sie ausrechnen kann, was die gekostet haben ^^

Ich fragte in der Montagskita (kein Krankheitenschild am Eingang? Nanu?!) nach, was die Lucy-Puppe denn vor den laaangen Ferien auf dem Bauernhof erlebt hat. Großes Schweigen. Ein Kind meldete sich und fragte zaghaft zurück: "die Enten...?"
Es ging in der Früherziehung tatsächlich mal um die "entlaufenen" Entenküken, die dann alle wieder kamen, als die Mama gerufen hat. Diese Stunde war am - Moment, ich such's kurz raus - 22.August! Muss wohl bleibenden Eindruck hinterlassen haben.
Ich: "Letztes Mal ging's doch um das ferrüc verrückte Ferkel Ferdinand, erinnert ihr euch?"
Kinder: "Jaaaaaa!!!"
Ich: "Und was hat der Ferdinand auf dem Bauernhof gemacht?"
Kind: "Kaka."
Anderes Kind: "Ja, Kaka."

Nächste Stunde: neue Kinder, neues Glück.
"Was war denn mit dem Schwein?"
"Die haben es gegessen."
o_O

Nachdem ich ihnen ins Gedächtnis gerufen habe, was denn da wirklich mit dem Schwein war und dass es weder gekackt hat, noch gegessen wurde, haben wir das "schweinische" Lied gesungen und sie konnten so gut wie jede Silbe mitsingen und sich sogar an alle Bewegungen erinnern (ich selbst habe eine vergessen...oops)! Das Schweineessen-in-die-Luft-werfen (bunte Tücher) in der letzten Strophe wussten natürlich auch noch alle. Das hatten sich sogar die gemerkt, die in der Stunde gar nicht da waren... Da fehlte ihnen wohl nur die Starthilfe. Das hatte mein Motorroller früher auch immer, wenn's draußen kalt war... Wen wundert's!
Ich musste heute Morgen übrigens K-R-A-T-Z-E-N!
Und ich hatte keinen Kratzer! Der ist irgendwie verschollen.
Dann durfte die Parkscheibe herhalten.
Beim Nona-Anziehen warf ich einen vorsichtigen Blick aus dem Fenster, sah mein Auto und sagte zu ihr: "Heute müssen wir uns ein bisschen beeilen. Ich muss draußen noch kratzen, sonst können wir nicht mit dem Auto fahren."
Sie (skeptisch): "Auto kratzen?!"
Ich musste sehr lachen, weil ich mir vorgestellt habe, was sie sich bestimmt vorgestellt hat. Wenn man das Wort "kratzen" nur im Zusammenhang mit "jucken" kennt, ist da bei ihr ganz bestimmt ein witziges Bild im Kopf entstanden ^^

Die anderen Eltern aus Nonas Gruppe kenne ich nur vom Sehen, Gespräche gab es (bis auf den einen Elternabend im August) noch keine. Halb 9 sind fast alle anderen Kinder auch schon längst dort. Jedenfalls begegnete uns im Umkleideraum der "Raupen" eine Mutter mit Kind, nennen wir ihn "Caspar".
Nona kennt alle Namen der Kinder ihrer Gruppe.
Nur hat sie Schwierigkeiten mit dem s-p hintereinander.
Aus Caspar wird dann immer Capsar, aber wir wissen ja, wer gemeint ist ^^
Capsar macht wohl gerade einen kalten Entzug durch, jedenfalls hörten wir aus dem Mund der Mutter (ich bemühe mich um korrekte Wiedergabe des Gesagten):
"Maan, hör do' mal uff zu flenn' wejen dein ollen Nuckel. Dit jeht mir uffn Puffa!"
Sprech ma vernünftjen Deutsch, sonst jeh ick dich uffn Puffa!

Ein Raupen-Mädchen heißt Chayenne, durch Kindermund verkürzt "Jen", und wenn ihr etwas gehört, dann ist es schlicht und ergreifend "Jens". Ich muss mich schon wundern, was sich das Nonchen in den letzten 3 Wochen an Sprache angeeignet hat. Die Wörter sprudeln nur so aus ihr heraus, sie spricht oft schon zusammenhängende Sätze mit mehr als 3 Wörten und redet nicht mehr in der dritten Person von "Nonos Schal", sondern von "meinem Schal" und "meiner Mütze". Und ich hatte Früherziehungskinder, die mit 3,5 Jahren noch über sich gesagt haben: "Anni möchte jetzt malen".
 Krönung des Ganzen war gestern Abend zum ersten Mal ein "Ich hab dich lieb", einfach so! *schmelz*
(Okay, ich geb's zu, vielleicht hab ich's mir mit Badengehen in der Wanne samt roter Badewasserfarbe + Seifenblasenschaumbad erkauft, aber immerhin!)
Würde sie das in der 3.Person sagen ("Nono hat dich lieb"), klänge es eher nach Eurovision Song Contest von 1998 :)

Wie ihr gemerkt habt, gab es vom letzten Wochenende wieder kein 7-Sachen-Bild. Mama und Papa haben nämlich Samstag und Sonntag nur eins gemacht: Musik. (Das Nono-Kind war bei Sasa. Sie - erstere - hat mir erzählt, sie hätten Enten gefüttert, aber es war nur eine "deine Warze" da, eine kleine schwarze Ente). Wir waren am Wochenende auf einem Workshop mit einem unserer ehemaligen Dozenten aus der Musikstadt Trossingen (Ba-Wü), der Akkordeon-Metropole Deutschlands. Seit meiner Abschlussprüfung im Sommer 2009 war ich nur ein Mal im Herbst des gleichen Jahres zu einem Konzert dort, danach leider nicht mehr. Die Gelegenheit, einen unserer Dozenten in Berlin wiederzutreffen, konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Außerdem ist er ein toller Pädagoge und ein großartiger Musiker. Es hat sich gelohnt! Ein sehr witziges Wochenende mit netten Leuten und viel Musik. Als ich in Trossingen studiert habe, ist mir das Schwäbisch irgendwann nicht mehr aufgefallen. Klar findet man anfangs lustig, dass aus "s-t" ein "scht" wird (wie in: "Regischter" oder "Taschten") oder dass Schrippen (für die Nicht Berliner: Brötchen) dort "Weckle" heißen. Irgendwann wird es Alltag und der Kopf denkt nicht mehr drüber nach. Besagter Dozent stammt aus der Nähe von Stuttgart. Als ich ihn sprechen gehört habe, konnte ich mich sofort wieder reindenken und habe es nicht als etwas Besonderes wahrgenommen. Anders aber die restlichen Berliner Workshopteilnehmer. Jedes Mal, wenn er sagte: "Kommt, wir spielen's g'schwind durch" oder "Guckt euch nochmal g'schwind die Töne an", fing es in einer anderen Ecke des Raumes an zu kichern. Er "rechtfertigte" sich damit, dass "g'schwind" bei ihnen ein ganz normales Wort sei. Das änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass die Berliner Ohren es scheinbar zum Schreien komisch fanden, wenn's ihm dann doch wieder "g'schwind" raus rutschte...

Andere aufschreibenswerte Ergüsse des Workshop-Wochenendes:

Dozent: "Was niemandem schaden würde, wäre, im Chor zu singen."
Teilnehmer: "Doch, dem Chor..."

"Es klingt holzig."

"Tschuldigung, ich hab die Töne nicht gefunden..."
- "Die sind der Reihe nach angeordnet."

"Je tiefer, desto Glühbirne."
(Hohe Töne breiten sich geradlinig aus, tiefe Töne kugelförmig.
Was hört man als erstes, wenn man sich einem Festzelt nähert? Richtig, the bass)

"Wenn ihr das so spielt, ist das nicht sehr sexy."

"Ich geh mal g'schwind an's Geflügel..."
(Klavier)

"Hast du vorher auch immer "cis" gespielt? ... Indianerehrenwort?"

"In der Kirche muss der Schlagzeuger dann mit 'nem Zahnstocher spielen..."

"Die Stelle machen wir so'n bisschen angesoffen...."

"un poco meno mosso - ein bisschen ruhiger, das kommt der Beschäftigung mit den 5 Gegnern entgegen"
(Des-Dur, 5 Vorzeichen)

"Warum 100x wiederholen? Merkt's euch. Punkt."

"Sind da alle Töne richtig? Die Stelle müsste harmloser klingen..."


Auf dem Weg nach Neukölln, wo der Workshop statt fand, begegnete uns ein Straßenschild, für welches ich - um es zu fotografieren - extra ausgestiegen bin (Okay, wir hatten uns verfahren und ich musste eh anhalten, während Stephan das Navi programmierte...):



Appelhorst klingt für mich eher wie ein modernes Schimpfwort:
"Vollpfosten! Du Appelhorst, du!"
Auf dem Rückweg wollte ich der nonohütenden Sasa mitteilen, dass wir fast zu Hause sind, schickte meinen Standort und habe sie damit wohl mehr beunruhigt als informiert. Offensichtlich ist die Standortbestimmungsfunktion nicht auf den Meter genau:


So, liebe Leute, Ladies & Gentleman: dreht die Lautsprecher auf!
Kennt ihr das Kinderlied vom dicken Tanzbären?
"Wir sind zwei dicke Tanzbär'n und kommen aus dem Wald.
Wir suchen einen Freund aus und finden ihn schon bald."
*stolz*

video

Sie singt nicht nur, sondern spielt auch mit richtigen Instrumenten mit, wenn "die Großen" proben, das Ensemble conAmici.
Und sie hat eine Vorliebe dafür, die vielen sinnlosen Pausen mit Nono-Musik zu füllen ^^


P.S. Bei Facebook ist mir ein Cartoon begegnet, den ich sicherlich aus Urheberrechtsgründen hier nicht posten darf. Aber ich beschreibe ihn kurz: 2 Dinosaurier sitzen auf einem Stein am Ufer, sehen die Arche Noah abfahren und sagen: "Oh crap! Was that today?!"
hahahahahahaha

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Dit is Berlin, wa?

Neulich beim Fleischer (Metzger? Fleischer? Wurstfachtheke? as you like...):
"Sag mal, was du haben möchtest, Nona."
N: "Wurst!"
Aufgrund der Tatsache, dass so ziemlich alles in der Auslage nach "Wurst" aussah, bat ich sie unter den genervten Blicken der Wurstfachverkäuferin (kinderfreundliches Deutschland..? Hallo, wir haben doch Zeit ^^), zu präzisieren.
N: "Lalami"
Okay, dem Kind seine Lalami und ich bestellte noch 4 Scheiben "rosa Wurst", also Schinken.
Verkäuferin (gelangweilt): "Der im Anjebot oder der normale?"
Na klar, zwei identisch aussehende Fleischklumpen und ick werde sicher vom teureren koofen. Man hat's ja!
Ich: "Den im Angebot, bitte." Inzwischen fuhr das Lalami-Kind mit dem kleinen Wagen durch die Gänge und räumte Regale aus und Wagen ein. Mon Cherie ("meckt nich!"), Streukäse, Marmelade. Die Ware aus den unteren Grabbelregalen, eben. Als sie bei den Eiern ankam, verließ ich die Fleischfrau für einen Moment, um Schlimmeres zu verhindern und portemoinnaietechnische Schadenbegrenzung zu betreiben.
Wieder am Fleischstand angekommen, drehte sich Fräulein Unfreundlich gerade um und legte den Anjebotsschinken wieder zurück in die Auslage. Statt zu fragen, ob's noch was sein darf oder ich noch einen Wunsch habe, guckte sie mich einfach fragend an. Ich guckte zurück. Und wieder zur Wurst. Und wieder zu ihr. Sie guckte immer noch. Ich war so irritiert von der nicht gestellten, in der Luft hängenden Frage, dass ich direkt noch irgendwelche Wurst gekauft habe, obwohl ich eigentlich nichts mehr wollte. Nonos halbe Lalami bekam ich übrigens an der Kasse von ihr geschenkt mit den Worten: "Mama essen."

Gestern beim Frühstück (klare Vorliebe für Fleisch) aß sie kleine Hackfleischbällchen statt Stulle. Auf ein Mal spuckte sie den gesamten Mundinhalt mit einem angewiderten Gesichtsausdruck in die Auffangtasche des Latzes und sagte tatsächlich: "Was is'n dis?!"
Nachdem das laute Elternlachen verhallt war, guckte ich mir näher an, was sie auf dem Finger hatte. Sie runzelte die kleine Stirn und fügte ein: "Haaart!" hinzu. Ich konnte zwar nichts hartes feststellen, aber sowas kommt ja manchmal wirklich vor...

Heute morgen habe ich mich beim Frühstück zwei (!) Mal geschnitten. Messer und ich haben ja schon von Anfang an ein (haha) gespaltenes Verhältnis zueinander, aber zwei Mal bei einer Mahlzeit habe auch ich bisher nicht geschafft. Das erste Mal passierte es beim Apfel durchschneiden. Irgendwie war der Finger drunter, bekam aber zum Glück nur einen Schreckschuss-Pieks mit der Messerspitze ab. Das zweite Mal war beim Brötchen-Aufschneiden. Der letzte Schnitt durchtrennte nicht nur die Brötchenhälften, sondern auch die seitliche Daumenhaut von der brötchenhaltenden Hand durch einen kleinen Schlitz. Nona guckte mit großen Augen auf meine Hand und sagte: "Habich geseh'n! Mama aua!!"

Beim In-die-Kita-Bringen habe ich ihr erzählt, dass wir heute Nachmittag ein bisschen bummeln fahren. Papa hatte vorm Losfahren noch gefragt, ob wir auch zu Spiele-Max gehen sollen ("JA!"). Während der Autofahrt sprach sie mit sich selbst:
"Maxspiele fahr'n. Nono Maxspiele fahr'n... Erst zu Mautes."
(Fr. Mautes ist ihre Erzieherin im Kindergarten. Das mit dem zeitlichen Faktor hat sie offensichtlich verstanden. Erst zu Mautes, dann das Vergnügen ^^)

Gestern Abend waren wir bei dem Berliner Improvisationstheater schlechthin, den Gorillas. Der Standort ihres Heimattheaters, Ratibor in Kreuzberg, sollte niemanden davon abhalten, sich von den genialen Spontanschauspielern überzeugen zu lassen. Es ist alles ungeprobt: Charaktere, Orte, Eigenschaften, Lieder entstehen am jeweiligen Abend auf der Bühne. Keiner - weder Schauspieler noch Publikum - weiß vorher, was ihn erwartet. Das macht den Reiz des Improtheaters aus. Was die über die Jahre schon an mir verdient haben, will ich gar nicht nachrechnen. Bei jeder Preiserhöhung bin ich ihnen treu geblieben, denn es lohnt sich wirklich, liebe Berliner!
Das mit Abstand Beste ist die Samstagsshow "Gurke oder Banane". Gestern waren wir bei "Ick und Berlin", weil wir sonst unter der Woche, mittwochs, in der Schulzeit nie Gelegenheit dazu haben. War nicht schlecht, aber reicht eben nicht an G oder B ran. Ein Zitat schafft es aber in den Blog.
Besoffener Mann hängt am späten Abend als einziger Gast an der Currybude rum. Die Wurstfrau will schließen, der Mann legt den Kopf auf den imaginären Tresen und jammert lallend immer wieder: "Eine Wurst! Wuuuuuurst! Ich will eine Wuuurssssstttt!"
Sie: "Nimm den Kopp weg, sonst mach ick ihn ab!"
Witzig ist auch die Sache mit den Stadtbezirken. Die Gorillas erwähnen Mitte, Neukölln, Wedding, etc. Alles gut. Aber sobald sie Marzahn sagen - schallendes Gelächter! Die haben doch alle keine Ahnung ;)

Hach ja, war schön.
Stressig ist nur das Fahren. Oberbaumbrücke und Warschauer Straße gehen gar nicht! Von rechts kommt eine Horde jugendlicher Kampftrinker aus dem Bahnhof und läuft ohne zu Gucken über die Straße Richtung O2-World. Wahrscheinlich macht ihr Trip sie bärenstark und unverletzlich. In their heads. Ich bremse auch für Idioten.
Von links ein Fahrrad ohne Licht.....woooaaaahh, das war eng. Rote Ampel, die Straßenbahn fährt 10cm vor meinem Auto um die Kurve. Grün. Gas. Oops, Autos?! Parkende Autos auf der rechten Spur?!
Alle wissen bescheid, nur ich nicht. Anfänger! Sie ziehen auf der linken Spur dicht an dicht vorbei, auch ein paar Fahrräder. Ich bilde mir ein, sie lachen zu hören, während ich linksblinkend unfreiwillig parke... Beim Warten sehe ich die Bio-Lebensmittelkette VIV, die mich in Zusammenarbeit mit Facebook auf eine Idee bringt:


wenn ich das Lebensmittelgeschäft der Albrecht-Brüder kaufen würde und meinen Namen ergänzend hinzufügen täte, wäre VIVALDI dann eine Shopping-Alternative für die Oberschicht...? Aus den Lautsprechern dröhnt dann je nach Wetterlage eine der 4 Jahreszeiten (vergessen Sie die Melodie des Sommers) und das Sortiment bestimmt ganz exklusiv ein kleiner Feinschmecker: Wurst, Lalami, Wurst, Butter, Wurst, (Bou-)Letten, (Frucht-)Zwerge, Fruchttiger, Wurst, Rachungseier, Pizza (Quattro Stationi, versteht sich), Seifenblasen, Luftballons und Smartieseis. Is(s) doch was!
Sammeln Sie unsere Treue-Würste...? lach

Ein sein Auto behutsam um die Kurve tragender Rentner reißt mich aus meinen Gedanken. Ampel wieder rot. Danke! Und überhaupt, was macht der so spät noch auf der Warschauer?! Und dann, die Erlösung, ich sehe das Licht! Das Licht vom McDonalds am Frankfurter Tor. Rechts ab Richtung Heimat und dann wird alles gut. 3 Spuren, es fließt, keine parkenden Autos, keine Fahrräder, keine Idioten. Frankfurter Allee, du hilfst mir zu entspannen. Merci.
Fast zu Hause fahren wir vorbei am BIESDORF-CENTER.
Für die Nicht-Berliner: Biesdorf ist eine Art Unterbezirk in Berlin Marzahn.
Marzahn =grau. Biesdorf = grün.
Obwohl es um die Uhrzeit schon längst geschlossen hat, prangt der Schriftzug in großen, rot beleuchteten Lettern auf dem Gebäude.
Von Zeit zu Zeit steigt mal ein Buchstabe aus und lässt die anderen alleine. Gesetzlich vorgeschriebener Urlaub, schätze ich. Dieses Mal funktionierte das E-Licht nicht. Es war also nur das BIESDORF-CNTER.
Seit vielen Jahren warte ich darauf, dass mal die BIESDORF-ENTE draus wird. Nak Nak!

Dienstag, 11. Oktober 2011

2. Bokatz

Vom letzten Wochenende gibt es kein 7-Sachen-Foto, denn wir haben von Freitag bis Sonntag mindestens 70 Sachen gemacht. Fotobeweise folgen. Aber erstmal eine kleine Rückblende:

Mittwoch, 07.10.2009

13.30 Uhr:
Ich kurbelte das Fenster runter, genoss die kurze Sommerrückkehr und den warmen Fahrtwind (26°C!) und sang laut die spätere Geburtshymne "MEXICOOO, MEXICOO-HOO, YEAH YEAH" von den Les Humphries mit dem Autoradio mit.

14 Uhr:
Termin bei der Frauenärztin, auf dem CTG keine (!) Wehen.
Sie untersuchte mich trotzdem, stutzte kurz und fragte dann:
"Haben Sie noch was Wichtiges zu erledigen zu Hause?"
"Äh...nein, warum?"
"Naja, weil ihr Muttermund schon 2cm auf ist."
"Oh, schön. Hab ich gar nichts von gemerkt. Wie lange dauert's dann noch?"
"Nicht mehr so lange...."
"Sagen Sie schon - heute, morgen, nächste Woche?"
"Na ich denke, zum Termin nächste Woche sehen wir uns nicht mehr.
Aber bleiben Sie ruhig, es kann auch noch dauern."

15.10 Uhr:
Also nahm ich - nicht wesentlich schlauer als vor der Untersuchung - meinen 2cm offenem Muttermund, das Untersuchungsheft mit bitteren Wahrheiten (ein + von 14kg), setzte ich mich wieder ins Auto und fuhr zurück nach Hause.
Man, was fremde Leute nerven können!
"Jetzt fahr doch, du Idiot. Grüner wird's nicht. Rechts ist das Gas!!"
Ob das Fluchen was mit den Rückenschmerzen zu tun haben könnte?
Ich guckte auf die Digitaluhr im Auto. Alle 10min so seltsame Krämpfe, bei denen ich nicht genau sagen konnte, ob es vorne oder hinten weh tat. Naja, ist ja auch schwer, so'n Bauch. Stephan anrufen? Stephan nicht anrufen?

15.20 Uhr:
Oh Gott, anrufen, anrufen!!!

15.22 Uhr:
Ach, halb so wild. Doch nicht anrufen.

15.32 Uhr:
Aaaaaaah, anrufen, anrufen!!!

15.35 Uhr:
Falscher Alarm. Doch nicht anrufen.

Ich ging erstmal Lebensmittel einkaufen und war kurz nach 4 zu Hause. Zwischenzeitlich hatte ich die Stephan-SMS schon mehrmals angefangen zu formulieren um sie wieder zu löschen, wenn der Rücken besser wurde.
Ohne Abschicken, versteht sich.
1,5 Stunden würde er brauchen bis nach Hause. Aber ihn wegen eines Fehlalarms aus dem Unterricht holen? Nein, wie peinlich ist das denn.

17.30 Uhr:
Nachdem ich das Bett frisch bezogen hatte (heißt es nicht "aggressiver Nestbautrieb kurz vor der Geburt"? Habe das nicht als solches registriert) und mich zwischendurch schon immer hinknien und atmen musste (dabei Standleitung nach Berlin: "Vivi, das sind Wehen!"), fing ich an, die Wehen auf kleinen gelben Post-Its zu notieren. Ich legte mich atmend ins Bett und schrieb nun doch eine SMS:
"Schatz, kommst du?"
Keine Antwort. 10 Minuten später, um 6, rief ich an, er versprach, sofort nach Hause zu kommen.

18.30 Uhr:
Ein Anruf. "Schlechte Nachrichten, ich stehe im Stau!"
Auch das noch. Krankenwagen rufen? Nein, wait for it....
Ich studierte meine Post-Its: 19.11 - 19.16 - 19.25 - 19.31 und erinnerte mich dunkel an die weisen Worte der Hebamme aus dem Geburtsvorbereitungskurs: "Wenn die Wehen alle 5 Minuten kommen, sollte man ins Krankenhaus fahren."

19.40 Uhr:
Ich rief im Kreißsaal der Uniklinik an und schilderte mein Problem. Die diensthabende Hebamme sagte, ich könne ruhig noch auf meinen Mann warten und es könne sein, dass die Wehen wieder nachlassen und wir gar nicht ins Krankenhaus fahren müssen. Sie verabschiedete sich mit:
"Na dann vielleicht bis nachher". Haha, witzig.
19.45 - 19.51 - 19.58 - 20.02 - 20.08 - ein Schlüssel im Schloss. Hooray!
Ich machte ihm noch eine Fertig-Lasagne und mir zwei Scheiben Toast und dann fuhren wir ins Krankenhaus nach Freiburg, ca. 30km Autobahn. Die Stelle im Auto, an der der Fahrer die Pedale und der Beifahrer nichts hat, erwies sich als großartige Wehengegendruckfläche. Wann sind wir da?!

20.50 Uhr:
Ankunft in der Klinik. Wir liefen zur Anmeldung. Die freundliche Dame am Empfang begrüßte mich mit den Worten:
"Wie kann ich Ihnen helfen?"
(Aha, es gibt also keine dummen Fragen, ja?)
und ich erwiderte: "Ich glaub, ich krieg ein Kind."
Sie schickte uns mit allen Unterlagen ans andere Ende des Geländes, zum Kreißsaal.

21.01 Uhr:
Warum ich so sicher bin, dass es 1 min nach 9 war? Weil sich die Türen ab 21 Uhr nicht mehr automatisch öffnen und man klingeln muss... Eine Hebammenschülerin drückte von innen auf den Knopf, sah mich an und sagte grinsend: "Hi, cooles Shirt!"
Ich schaute irritiert an mir runter und las: "Sexy, sexy, sexy" und die Unterschrift von Bruce Darnell. Ein Modegag von C&A. Vielleicht nicht die ideale Krankenhausbekleidung, aber da kriegt man eh was anderes an. Oder?! (Ratet, was ich anhabe auf dem ersten Bild mit Baby? ;)

22.00 Uhr:
Nach dem CTG mit diesmal deutlich sichtbaren Wehen und einem 4cm offenen Muttermund, lief ich noch alleine mit der Tropf-Laufrad-Stange in den Kreißsaal und zog mir die Schuhe aus. Nur die Schuhe.
Dann ging alles ziemlich schnell. Ein letzter Ultraschall, alles okay mit dem Baby.
Ich wurde gefragt, ob die Schmerzen noch auszuhalten seien. Ich Vollidiot sagte "Ja", weil ich dachte, es würde noch mindestens 12 Stunden dauern. Wollte mir die Drogen für die richtigen Schmerzen aufheben.
Die Hebamme im Vorbereitungskurs hatte versprochen, zwischen den Wehen seien immer Pausen, in denen man sich erholen und Kraft schöpfen könne. Pah! Ich konnte weder Luft holen noch die Augen öffnen, geschweige denn, mich erholen!!!

22.45 Uhr:
"Atmen, atmen! Frau M., Sie müssen A-T-M-E-N!!!"
Mein Kopf dachte: lass mich in Ruhe. Ich will aber nicht atmen!!!
Ich verlangte die PDA-Spritze, die ich schon beim Vorgespräch in der Klinik vor ein paar Wochen bestellt hatte. Dort hatte die Ärztin gesagt: "Das entscheiden wir dann vor Ort." Ich hatte geantwortet: "Nein, ich will das. Schreiben Sie es bitte auf, damit die Hebammen bei der Geburt dann schon bescheid wissen."
Denkste! Die Hebammenschülerin kam mit einer Duftlampe (wirklich wahr!!), keine Spritze weit und breit. Ich rief: "Geben Sie mir alles was Sie haben!" Die Hebammenschülerin wand sich entschuldigend an mich und stammelte: "Für eine PDA ist es schon zu spät, Ihre Wehen kommen in so kurzen Abständen. Aber ich habe Aroma-Öl für die Duftlampe zur Entspannung mitgebracht"
Wäre ich nicht schmerzbedingt gezwungen gewesen, auf dem Bett liegen zu bleiben, ich wäre ihr an den Hals gesprungen. Hebammen leben gefährlich!

23.30 Uhr:
8cm, die ersten Presswehen. Oha! Ich dachte, man könne mich hinterher in Fetzen aus dem Raum sammeln.
Auf ein mal sollte ich nicht mehr atmen, sondern die Luft anhalten und pressen. Ich wollte aber lieber brüllen und fluchen. Mein "AAAAAAAAAAAAAAUUUUUUUUUUUUUUUU" war sicher bis an den Ententeich in den Krankenhauspark zu hören. Da sagte die Hebamme doch glatt: "Hören Sie auf zu schreien und sparen Sie Ihre Kraft." In einer kurzen Wehenpause soll ich gesagt haben: "Ich mach das NIE wieder!"
Der Countdown lief, Köpfchen zu sehen ("Hat Haare?" "Hat Haare!"), ein bisschen mit der Schulter verkantet. Egal, raus, raus, raus. Wenn's geht, heute noch. Die Uhr über der Kreißsaaltür im Blick (23:56), hielt ich gefühlte 2 min die Luft an und trat dann kurz mal - auch ohne Schmerzmittel - die Reise zu einem anderen Stern an, um das Schönste von dort abzuholen, was ich je in meinem Leben gesehen habe...

Fiona Francesca

23:59 Uhr:
Flutsch. Hallo, Baby!
Meine ersten postnatalen Worte waren: "Noch am 7.!", damit die Hebammen und Ärzte, die mit dem Rücken zur Uhr standen, das auch ja mitkriegen und sie nicht fälschlicherweise auf den 8. datieren. Kaum war der Bauchstern geboren, waren die Schmerzen weg. Wirklich. Einfach weg. Als wäre nie was gewesen.
Schwanger? Geburt? Was, wer, ich?!
50cm, 3625g - willkommen, Prinzessin Fiona!



Freitag, 07.10.2011

7 Uhr:
Prinzessin Fiona (89cm, 13.700g) saß im Bett und grinste, als sie mich kommen sah.
Ich sagte: "Nona! Heute ist dein Geburtstag! Alles Gute, mein Schatz!"
Sie sagte: "Geschenke?"

Noch im Schlafanzug gingen wir ins Wohnzimmer, staunten über den kleinen Geburtstagskuchen, der gegen Mitternacht erst vom Papa gebacken worden war, und pusteten die Kerzen aus. Also sie, nicht ich. Sie pustete ein Mal. Noch ein Mal. Kerzen aus. Foto? Nein, ging nicht. Ok, Kerzen wieder an. Nono, pustest du noch mal? Ja. *Puuuuuuust* Und, geklappt, Foto? Nein, der macht nicht. man! "Noch mal an, Nono pustet!" Ja, Nona, wir machen die Kerzen noch mal an. *Puuuuuuuust* KNIPS. YEAH! Sie packte noch zwei Bücher aus - die geschenketechnische Vorspeise, sozusagen - und dann ging's in die "Lollomms" (Bild oben rechts) und hinterher zur Kita. Happy Birthday!



8.30 Uhr:
Kindergarten. Stolz trug sie die rosa Kitty-Armee in den Gruppenraum und wurde gleich mit "Oh, da kommt ja unser Geburtstagskind!" von der Erzieherin und mit "Oooooh, Nona Kuuuchen!" von den anderen Kindern begrüßt.



15 Uhr:
Als wir sie am Nachmittag abholten und fragten, ob sie auch ein Geburtstagslied gesungen haben, bejahte sie. Wir fragten, ob sie "Zum Geburtstag viel Glück" oder "Happy Birthday" gesungen haben. Da sagte das Nono-Kind: "Nein! Hoch soll leben!".

Nach Kaffee und Kuchen bei uns zu Hause im engsten Familienkreis, durfte sie Geschenke auspacken. Ein ganzer Wohnzimmertisch voll!
Von Westen über Strumpfhosen bis Regenschirm und Registrierkasse war an Geschenken alles dabei, was sich eine 2-Jährige so wünschen kann: Arztkoffer, Bibi&Tina-Hörspiel, Kittyflasche, Kittykekse, Kittywandbild, Kittylego, Kittybrausebonbons, Kitty-PEZ-Spender, Kittyschal und -mütze, Kittyboxen, Kittytattoo, Schokolade, Malbuch, Bücher, Kuhtasche, Rucksack, Größenmessgiraffe, Spiele, kleiner Hocker (der Renner!), Kuschelhase, selbstgemachte Kuschelkatze ("die Anja-Tatze"), Seifenblasen, ...
Auch hier noch mal ein ganz liebes ("Nona, was sagt man?") DANKE an die Gratulanten und Geschenkeüberbringer!!!

20.30 Uhr:
Am Abend wollte sie nur ungern ins Bett gehen, ließ sich aber von mir dazu überreden, weil ich ihr versprechen konnte, dass wir am nächsten Tag noch mal Bokatz feiern...

Der nächste Morgen kam leise durch die Rollladenschlitze ins Schlafzimmer, das frisch zweijährige Kind kam auch - nicht ganz so leise -ins Schlafzimmer, nachdem es aber bis sage und schreibe kurz vor 9 geschlafen (oder sich ruhig beschäftigt?) hat.
"Guten Morgen, mein Schatz. Was möchtest du frühstücken?"
"Torte."
"Torte gibt's erst heute Nachmittag. Soll Papa für dich Eier zum Frühstück machen?"
"Ja, Eiertorte."

Nach dem Mittagsschlaf ging's ab zur eigenen Party. Und die ersten Gäste warteten schon:


Es stimmte einfach alles. Und wenn das Kind glücklich ist, ist auch die Mama glücklich :) Sogar Nachbarstochter Lilly, im Sommer in die Schule gekommen, ließ es sich nicht nehmen, direkt nach der Ankunft aus dem Urlaub zu ihrer kleinen Freundin Nona feiern zu gehen.
Beim Auspacken einer kleinen, bunten Zuckerstange stellte sie übrigens überrascht fest: "Oh, ein Hegenschirm!"


So viele liebe Gäste, dazwischen eine aufgedrehte Geburtstags-Nona, tolles Essen, Wein, Weib(er) und Gesang ("Wir sind dreizehn dicke Tanzbären und kommen aus dem Wald...."), mitmachfreudiges Publikum und engagierte Puppenspieler (Video folgt hoffentlich in Kürze) haben den Tag zu einem ganz besonderen Geburtstag gemacht. Vielen, vielen Dank! Man wird schließlich nur 1 x 2 :)


In diesem Jahr hat sie - im Gegensatz zum 1. Geburtstag - nicht mehr gedacht, das Geschenkpapier sei das eigentliche Geschenk.
Außerdem musste sie nicht über den Boden robben (Krabbelverweigerer, die ganze Familie), um von Autos nach Babybuggy zu kommen, sondern konnte einfach aufstehen und hingehen.
Sie musste als Zeichen der Freude nicht mehr nur sagen: "Ooooh, Mama, brrrrrr gllglglg", sondern ist in der Lage, "Oooh, danke, Mama! Dis schön! Nono sssick!" auszusprechen, oder auch: "Nein, lieber dis haben!" ^^
Sie entschied allein, welchen Kuchen sie essen möchte (nein, keine Eiertorte...) und welche Gäste sie einladen will.
Sie sagt "Alles Duute!", wenn jemand Geburtstag hat und singt nicht nur "Hoch soll leben", sondern seit gestern auch "HETZI BÜRZI JU-HUU". I love you


P.S. Gestern beim Frühstück: auf ihrem Brett lagen Birnenstückchen und ein Wurstbrot. Sie klappte die Stulle auf, entnahm fein säuberlich die Scheibe Bärchenwurst, legte selbige auf die Obststücke und sagte ganz liebevoll:
"Birne heiert. Nono zudeckt."

P.S.2: Heute morgen bei der Topfsitzung haben wir Kasse gespielt. Sie scannt die Lebensmittel, tippt den Preis ein und gibt sie mir. Das Einzige, was sie noch nicht verstanden hat, ist, dass der bezahlen muss, der die Lebensmittel "kauft", nicht der, der hinter der Kasse sitzt ^^ Jedenfalls hat sie den Eimer mit den Plastiklebensmitteln hinterher ausgekippt und ich habe sie daraufhin gebeten, alles wieder einzuräumen, weil wir zur Kita fahren wollten.
Da kam eine 89cm große 2-Jährige auf mich zu, legte die Stirn in Falten und sagte allen Ernstes: "Nich aufräumen. Dis dauert!"

Oooh, 5 min und einen heftigen Lachflash später, haben wir zusammen aufgeräumt.
Dis dauerte dann nich so lange ^^

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Dooßes Wasser



Ein paar schöne Tage im Norden gingen leider viel zu schnell vorbei. Aber das Nono-Kind (nicht nur das!) kam voll auf seine Kosten!
"Dooßes Wasser! Dooßes Wasser!"
Ich glaube, es gibt nichts (außer eine Kitty-Party zum 2.Geburtstag), mit dem man ihr mehr Freude bereiten kann. Für die Fahrt hat meine Mama einen kleinen, mobilen DVD-Player an die vordere Kopfstütze "angebaut". "Macke Schau" (Muppet Show) und "Samba, lieber Samba" (Sandmann...) non-stop bis an die Ostsee. Yeah!
Fozzy Bear: "My wife loves children. But I can't BEAR them...hahahahahahahahahahaha"
Seine Witze sind so schlecht, dass einem gar nichts anderes übrig bleibt, als darüber zu lachen ^^

Direkt nach der Ankunft in Eckernförde und Sachenabwerfen im Motel sind wir zum Strand gefahren. So eine quirlige 2-Jährige ist gar nicht so leicht zu handhaben, wenn dooßes Wasser in der Nähe ist. Da kann man sich den Mund fusslig quatschen von wegen: "Nur gucken, nicht reingehen!" Aber wenn dann 3 Halbstarke in Badehose die Zähne zusammenbeißen und ein paar Meter weit in die Ostsee gehen, nur um Sekunden später mit weit aufgerissenen Augen gröhlend wieder rauszusprinten (na, kalt?), nimmt einem das eigene Kind ein "Da kann man nicht baden gehen, das ist zu kalt" nicht wirklich ab. Damit die kleinen Füße ein bisschen genießen können, habe ich ihr Schuhe und Socken ausgezogen. Daraufhin hat sie (ansonsten wetterfest gekleidet mit Mütze, Halstuch, Fleecejacke & Regenjacke, Hose) fremde Strandspaziergänger mehrfach darauf hingewiesen: "Nackte Fußies!"

Direkt am Strand ein Jannys Eis - na bitte! Da sind wir so weit gefahren :)


DIE Eckernförder Attraktion schlechthin ist die Bonbonkocherei. Direkt an den Verkaufsraum mit den vielen buntbefüllten Fächern voller exquisiter, formschöner Kohlehydrat-Bomben -Bonbons angrenzend befindet sich die Kocherei. Ein Bonbonkocher (wie nennt sich der Job? So sicher nicht...) erklärte laut für die Gäste, was gerade gemacht wurde und erläuterte die einzelnen Arbeitsschritte zur Herstellung von z.B. Salmiak-Lollis. Anis, Salmiak und Lakritz sind zwar absolut nicht mein Fall, aber so stellt sich mein Mann das Paradies vor, glaube ich :) Es gab aber auch genug Leckereien für Nono und Mama: Gummitiere (Nono: "Oh, Fischbonbons!") für die Anti-Fans des schwarzen Glücks. Besonders cool sind z.T. die Bezeichnungen. Kleine runde Lakritztaler mit Zahlenaufdruck heißen "Schwarzgeld", davon hat Sasa gleich erstmal eine Tüte voll gekauft. Kann ja nicht schaden ^^
Das einzig Schwierige an dem Ganzen war die Tatsache, dass eine Fast-Zweijährige ohne Probleme in die Fächer reingucken und selbige öffnen kann. Manchmal verschwand die kleine Hand so schnell in einem Süßigkeitenfach, dass ich - beladen mit einem leeren Kinderwagen, Fotoapparat, Tasche und Liem Hasi - in den schmalen Gängen gar nicht schnell genug hinterher kam. So landete das ein oder andere Gummi bisweilen nicht unbedingt geplant in unserer Mix-Tüte...


Auch witzige Kennzeichen gab es wieder Unmengen. Eigentlich alles, was mit "PLÖ" (Landkreis Plön) beginnt, klingt ausgesprochen ausgesprochen lustig. Ganz egal, ob PLÖT (haha, wirklich wahr, auch noch falsch geschrieben!), PLÖRG, PLÖMB oder PLÖP... Für "SEXY" sind wir sogar die Straße ein ganzes Stück wieder zurückgelaufen, weil ich es beim Vorbeifahren nicht fotografieren konnte.
 
Hauptgrund unseres Trips war das Wiedersehen mit meinem Opa Jürgen und seiner Frau Maria nach vielen, vielen Jahren. Fiona ist außerdem seine erste Urenkelin und die zwei haben sich vom ersten Augenblick an blendend verstanden. Ich habe so manches Mal gestaunt, wie mobil er mit seinen 88 Jahren mit dem kleinen Springinkel im Garten unterwegs war, Plaste-Enten aus dem kleinen Teich immer und immer wieder rausgefischt hat (Spiel: er gibt ihr die Ente, sie wirft sie mit Schwung wieder rein, lacht laut, Spiel von vorne), auf dem Schaukelstuhl geschaukelt und ihr nahezu alle 2000 Eulen persönlich vorgestellt hat (leidenschaftlicher Sammler).
Nona nannte ihren Uropa liebevoll "dooßer Opa Jöögen", der große Opa. Habe auch nie verstanden, was zur Hölle die U(h)r damit zu tun hat ;)

Unterwegs in der niedlichen Stadt begegneten uns auch ziemlich abgefahrene Straßennamen: von "Holm" über "Ochsenkopf" und "Frau-Clara-Straße" bis "Hörst".
Musste unweigerlich an Comedians denken: darf ich vorstellen? Hans-Werner Holm und Hörst Schlammer. Yes, Weekend!

Als wir gestern Morgen aufgestanden sind und zum Frühstück gehen wollten, habe ich Nona gefragt, was sie trinken möchte.
"Milch"
Als ich fragte, was Sasa - meine Mama - trinken soll, sagte sie wie aus der Pistole geschossen: "Wein!"
Wir haben sehr gelacht.

Neu in ihrem Wortschatz ist das nachgestellte "aber" als Bekräftigung des Gesagten, z.B. "Das ist Nonos, aber!" oder "Nono Jacke aus, aber!". Es geht einher mit einem verärgerten, nahezu entsetzten Stirnrunzeln, bei dem die kleinen Augenbrauen sich willensstark auf der Kinderstirn biegen. Neuerdings sagt sie auch, welche Tätigkeit sie welcher anderen vorzieht: "Lieber Arm-Arm, nich laufen". 
"Arm-Arm" stammt übrigens noch aus der frühen Sprachlernphase (Aufforderung zum Hoch-/Rausnehmen) und hat sich bis heute gehalten. Der Arm kommt nicht in Einfachnennung vor, nur in o.g. Dopplung; schließlich haben Menschen ja zwei Arme:
"Arm-Arm", ABER!

Am zweiten Strandtag haben wir ob der hohen Anziehungskraft des "dooßen Wassers" nicht Socken aus, sondern Bungis angezogen, damit sie ein kleines bisschen vorne am Ufer mit den Stiefeln planschen kann. Strahlender Sonnenschein, ein kleiner Wind, ein glückliches Kind - schön!

Im letzten Post habe ich den Sandmännchen-Drachen erwähnt, bzw. die Tatsache, dass wir ihn eingepackt haben. Nona hat ihn in der Tasche gesehen und wollte nun am Strand, dass er fliegt. Sowohl Nonos Mama als auch Mamas Mama gaben sich alle Mühe, aber der kleine Wind am Wasser war absolut kein Drachenwind. Nachdem Nona den Befehl zum Drachenstart gegeben hatte und die anwesenden Erwachsenen sich dessen angenommen hatten, setzte sich das Kind unauffällig in Richtung H²O ab. Wir konnten gar nicht so schnell gucken, wie sie bis zu den Knien in der Ostsee stand, mit nasser Hose und zu Schöpfkellen unfunktionierten Bungis...
Ist euch das schon mal aufgefallen? Mama-Handtaschen sind immer sehr groß, der Grund: Ersatzwindel, Ersatzhemd, Ersatzhose, Ersatzoberteil, Ersatzjacke, Trinken, Essen, Bücher, Liem Hasi, Gummibärchen, Schokoeier....was die Dame eben so braucht! Meine persönlichen Sachen passen in Hosen- und Jackentasche, ICH bräuchte keine Tasche, nur um das mal klarzustellen ^^
Nach Nutzen von Ersatzhose und Ersatzwindel (was war nicht in der Tasche? Ersatzsocken...) ging es noch in's Ostsee-Info-Center. Wir kamen gerade richtig zur Fischfütterung. Eine Centerfrau kam mit einer kleinen Dose voll mit undefinierbarem Fischessen. Es war rosa, glitschig, klein und hatte keine wirkliche Form. Fischessen, eben. Sie sagte:
"Das könnt ihr zerreißen und über den Fischen reinfallen lassen. Dann fressen die das."
Nona angelte mit zielsicherem Pinzettengriff ein rosa Fischessen aus der Dose und ließ es unzerkleinert wie es war und begleitet von ihrem lautem Lachen ("höhöhööö") fallen. Eine vorher nicht sichtbare Scholle erhob den platten Körper, öffnete ein gigantisches Maul, schluckte den Glibber am Stück hinunter und legte sich wieder gemütlich schlafen. Eine Kuh ist satt, sagt meine Oma immer :)
(Als ich einen Fisch locken wollte und mit dem Finger an der Wasseroberfläche hin und her planschte, rief Nona ganz aufgebracht:
"Nein, Mama! Fiss beißt!")
Im Becken schwammen nicht nur Schollen, sondern es liefen auch Krabben (denen die Fische ständig die rosa Teile vor der "Nase" (?) wegschnappten!) an der Scheibe lang. Außerdem wohnten in der Mitte die Miesmuscheln und - wie ich dachte - ihre Freunde, die Seesterne. Seesterne sind sehr hinterhältig! Erst machen sie auf best friends und wenn die miesen Muscheln mal einen Moment nicht aufpassen, haben sie einen Seesternmagen im Haus! Die stülpen ihren Sternkörper nämlich mit allen Beinen abgestreckt über so eine Muschel und saugen die dann aus. Das ist ihr Essen! Nix mit rosa Glibber. Sieht schon abgefahren aus, so'n Stern beim Mittag.


Zwischen den Schollen schwamm ein Steinbutt.
Weil er von Farbe und Beschaffenheit so aussah wie paniert, nannte ich ihn liebevoll "den Schnitzelfisch".


Andere Kuriositäten:


Der Baumstamm oben links heißt übrigens "Captain Joe" und steht bei meinem Opa im Garten. Auf dem Bild machen sie sich gerade miteinander bekannt. Unten rechts ein Getränk namens "Fietes Möwenschiss", wirklich wahr! Eine Flasche roten Möwenschiss haben wir mitgenommen, Kirsche mit Wodka. Ich werde bei Gelegenheit berichten, ob Nomen = Omen.

Abschließend noch ein paar Ostsee-Impressionen aus Eckernförde. Schön war's!



"Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt."

Sieht noch jemand das Herz, was sich aus Häuser-Himmel-Blätterform ergibt?






das Schiff hinter mir heißt "FREEDOM"



"Es ist nicht wichtig, wie dick der Pinsel ist, mit dem das Leben malt. Wichtig ist, dass die Farben schön bunt sind."

P.S. Kitty-Muffins für morgen sind - bis auf die Glasur - fertig. Aber sie riechen so unerträglich nach Himbeer-Aroma (ja, sie sind rosa), dass ich mir nicht vorstellen kann, dass man sie tatsächlich essen kann. Gut, dass 14 von den 24 Stück morgen mit in die Kita gehen :)
Vorhin haben wir schon Ballons aufgeblasen (genaugenommen sagt sie, welche und ich blas mir 'nen Wolf) und die HAPPY-BIRTHDAY-Girlande aufgehängt. Ich weiß nicht, wer von uns aufgeregter ist.
Wenn andere Mamas dann kurz vor dem Geburtstag des Kindes so erzählen, wie sie sich heute vor xy Jahren (in unserem Fall: 2) gefühlt haben, wie stark die Wehen waren, was sie gerade gemacht haben und dass sie schon im Krankenhaus gelegen haben, etc., kann ich nur sagen: heute vor 2 Jahren war ich ziemlich dick, war morgens noch gut gelaunt bei der Akupunktur und hinterher einkaufen, habe dann vermutlich auf der Couch gelegen, ein Buch gelesen, mich von sinnfreiem Unterschichten-TV berieseln lassen und nicht im Entferntesten dran gedacht, dass sich das Bauchkind am nächsten Tag (12 Tage vor Termin) so plötzlich auf den Weg machen würde... Nonolein hatte übrigens ganz oft pränatalen Schluckauf. Dann hat der dicke Bauch immer so lustig gewackelt ^^ Und jetzt wackelt ihr eigener Bauch, wenn sie lacht <3 Love you!