Montag, 10. September 2012

Theeeoooo, wir fahr'n nach....

...nein, nicht direkt nach, aber immerhin an Lódz vorbei, auf der neu gebauten Autobahn von Berlin nach Warschau!


Beauty is where you find it:
bring in the greens
Noch sind die nächsten Ferien - hier grün im Bild - nicht da, aber wir hatten mit einem verlängerten Wochenende schon einen kleinen Vorgeschmack darauf, denn aus einem beruflichen Besuch in Polens Landeshauptstadt wurde kurzerhand ein schöner Wochenendtrip mit bestem Wetter, viel gutem Essen, Sightseeing, Shopping u.v.m. Wir kamen in den Genuss der polnischen Gastfreundschaft und erlebten uns "Fremden" gegenüber eine Herzlichkeit, wie man sie hierzulande wohl nicht ein Mal den nächsten Verwandten entgegenbringen würde. Wir fühlten uns sofort willkommen und verbrachten 3 tolle Tage in der Gesellschaft noch tollerer Menschen - Lena, Zofia, Agnieszka und Familie: vielen Dank, dziekuje!

Unsere polnische Partnerschule (Mitte rechts), mit der wir ein Musikprojekt für Schüler über die Ländergrenzen hinaus planen, sieht absolut nicht aus wie eine gewöhnliche Schule, weder von innen noch von außen! Ein kleiner Palast, hochmodern ausgestattet, bunt gestaltet und kinderfreundlich eingerichtet (ein Spielplatz mit weichen, gummiartigen Bodenplatten um das Verletzungsrisiko zu minimieren - wie geil ist das denn?!) mit netten Lehrerinnen und einer ebenso netten Direktorin. Die anderthalbstündige Unterhaltung zur Erläuterung des Konzeptes für das Projekt fand (wer konnte das ahnen!) auf Polnisch statt, so dass Fiona ("Mama, ich versteh gar nix!" - "Ich auch nicht!") und ich uns über die Tasse Tee, das Stück Kuchen und anschließend über das iPhone und seine Meerestierepuzzleundausmalapps hermachten. Der Gummispielplatz wurde trotz leichten Regens hinterher noch beklettert und von der Stiftung Spielplatztest und seiner Vorsitzenden Fiona M. für sehr gut befunden. Die stellvertretende Direktorin überreichte der kleinen Testerin zum Abschied noch einen niedlichen Kuschel-Bären mit Doktorhut und Zeugnis (oben links), der dort zur Schule gegangen ist und nun mit nach Berlin kommen möchte. Der Bär wurde, weil der Doktorhut so toll dazu passt, liebevoll nach der Direktorin "pani Doktorska" benannt.
Mitte links: "Eier" zum Frühstück - auf dem Billiardtisch sitzend Kugeln versenken - tolle Beschäftigung!
"Pass auf! Halt ihn fest! Nono, der Delfin haut ab! Schnell die Tür zu. Komm, wir binden ihn lieber fest!"
Fragt nicht, wie wir die zwei großen Heliumtiere auf dem Heimweg 600km über die Autobahn transportiert haben. Nicht nur, dass sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Flucht gen Himmel ergreifen wollten; das "Nashorn" (wie Nono es nennt) und der Delfin beanspruchten außerdem die komplette Rückscheibe für sich zum Rausgucken...

 
Das schöne Wetter lud am Samstag zu einer kleinen Sightseeingtour durch Warschaus wunderschöne Altstadt, übrigens UNESCO Weltkulturerbe, ein. Zu Fuß entdeckten wir Johanneskathedrale, Königsschloss, Sigismundsäule, Plateau mit Blick auf die Weichsel, das Geburtshaus der polnischen Physikerin Marie Curie und den Marktplatz, Mittelpunkt der Altstadt, mit der heimlichen Zwillingsschwester der Kopenhagener Meerjungfrau (Mitte oben).
 
 
Während wir uns genüsslich unseren Eisbechern hingaben, wollte Fiona immer "Möwen verscheuchen". Die Möwen, die eigentlich Tauben waren, spielten ihr Spiel auch wunderbar mit, bis der alte Mann mit der Tüte kam. Er verteilte jeweils eine Handvoll Körner an die Umstehenden und bald saßen die Tauben nicht mehr nur auf dem Schwert der Meerjungfrau und am Ärmel des alten Mannes, sondern auch eifrig pickend auf den Händen der Kinder. Sie vergaßen ihre Menschenscheu, überwanden die deutsch-polnische Sprachbarriere mit einem internationalen "Gurruu", stapelten sich übereinander auf dem Arm und stritten sich federnlassend um den Platz in erster Reihe. Unsere ganz normalen Brotkrümel stanken gegen die Taubenkörner ziemlich ab, aber der alte Mann hatte sichtlich Spaß an unserer Fütterungsaktion und verteilte immer fleißig "sein" Futter.

Der aufmerksame Beobachter wird festgestellt haben, dass Fiona auf Socken unterwegs war. Nein, sooo warm war es nicht. Allerdings übt Wasser ja bekanntlich eine magische Anziehungskraft auf Kinder aus. So war es auch mit der Pumpe auf dem Marktplatz (Mitte) ("Aber pass auf, dass deine Schuhe nicht nass werden!"). Nachdem sie genügend Wasser gepumpt hatte, sprang sie mit ihren Turnschuhen "nur ein kleines bisschen" durch die entstandenen Pfützen, bis Schuhe, Socken und Hose endlich tropfnass waren, und alles innerhalb von Sekunden. Ersatzhose und -socken hatte ich dabei, Schuhe nicht. Ein Hoch auf den Buggy!

An der alten Stadtmauer verkaufen Händler ihre Produkte. Durchaus fotografierenswert war die Meute weißer Köche, bewaffnet mit Küchenutensilien, gegen die schwarze Akkordeon-Fraktion ^^ Genauso fotografierenswert war das große Überraschungsei, was am Rathausplatz rumsaß und den Blick auf das Warschauer Nationalstadion im Hintergrund genoss. Unten rechts genau auf der Ecke seht ihr eines der schmalsten Wohnhäuser der Welt, was tatsächlich Platz für eine Wohnung bietet.

 
Am Sonntag fuhren wir vor der Heimreise noch in ein Einkaufscenter namens "MAXIMUS", hier ist der Name Programm. Unzählige, riesige Hallen nach Themengebieten geordnet boten Taschen, Schuhe, Kleidung, Spielzeug soweit das Auge reichte. Für Fiona und die Hochzeit, zu der wir nächsten Monat eingeladen sind, wurden wir dort auch sofort fündig und so konnte das von ihr ausgesuchte Punktekleid mit den wunderschönen Prinzessinnenschuhen direkt aus dem Maximus Fashion Center in den Berliner Kleiderschrank wandern. Eine "hubbelige Raupe" musste auch noch mit. Heute morgen sollte diese natürlich auch mit in den Kindergarten. Ich erklärte ihr, dass heute kein Spielzeug-, sondern Kuscheltiertag ist. Daraufhin schmiegte sie ihre Wange an den hubbeligen Raupenkörper und brachte das schlagende Argument: "Ich kann dropsdem mit der Raupe kuscheln, Mama!"
 

Neben der Gastfreundschaft verblüffte mich auch die Hilfsbereitschaft auf der Straße! Aber kurz zur Vorgeschichte:
unser cleverer, tagesaktueller TomTom war dann doch nicht so aktuell, dass er die neue, im Juni 2012 in Betrieb genommene, Autobahn schon gekannt hat. Er war also auch auf dem Weg zur Autobahnauffahrt keine sonderlich große Hilfe, sagte die nette Dame im Inneren doch nur immerwieder: "Wenn möglich, wenden Sie!". Ist man erstmal auf der Autobahn, ist es keine große Kunst mehr, nach Berlin zu finden. Aber der Weg bis zur Auffahrt gestaltete sich als kleines Abenteuer. Wir irrten ob der fehlenden Hinweisschilder ein bisschen planlos durch einen Ort namens Pruszkow und hielten an einer Tankstelle, um den Weg zu erfragen. Das Tankstellenfräulein wusste auch nicht so recht bescheid, aber ein tankender Mann bot sofort seine Hilfe an. Er erklärte nicht nur wortreich, wie wir fahren sollten (in Etwa: links, rechts, nochmal links, dann zweimal rechts, geradeaus über den Kreisverkehr, übernächste links und dann nochmal rechts, ...), sondern stieg spontan in sein Auto und führte uns so bis zur Autobahn. Nach der letzten Abbiegung jubelten wir schon laut, denn da war sie tatsächlich, die Autobahn! Wir fuhren über die Brücke und konnten die schöne A2 schon fast mit den Reifen berühren...aber eben nur fast. Die Autobahn ist zwar da, aber in diesem Ort existiert noch keine Auffahrt...Ups! So gondelten wir noch ein bisschen durch Polen, bis wir zufällig auf der Landstraße über eine Kreuzung "stolperten", die uns von der Landkarte in Erinnerung geblieben war. Wenn es links dorthin geht, rechts dorthin und geradeaus dorthin, dann müssten wir jetzt genau hier sein und am Ende dieser Straße zur Auffahrt kommen. Sollen wir's probieren? Was solls, solange wir nicht laufen müssen. Und tatsächlich - am Ende des ca. 2km langen Weges wartete nicht nur die Autobahn, sondern auch eine dazugehörige Auffahrt. Yippie!

Während unseres Aufenthaltes bekräftigte Fiona immer wieder, wie sehr sie es "bei dem Warschau" mag. Ich kann es euch ebenfalls wärmstens empfehlen und einen Besuch in dieser schönen Stadt nur ans Herz legen! Für uns war es mit Sicherheit nicht der letzte ;)



P.S. Nur noch ein paar Tage habt ihr die Chance auf tolle Gewinne anlässlich des 1. Bloggeburtstages - wer noch nicht drin sitzt, sollte schnell noch in den Lostopf hüpfen: hier entlang...

Kommentare:

  1. Wunderschöne Bilder
    Hallo, ich habe dir einen Award verliehen, schau doch mal vorbei http://knutschi-testet.blogspot.de/2012/09/kinderschuh-award-bekommen.html

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  2. Tolle Bilder! Und alles klingt so aufregend! Ich ürde auch so gern mal wieder etwas so schön Buntes erleben aber irgendwoe zieht das immer an uns vorbei. Hoffentlich schaffen wir es nächstes Jahr mal nach DK. Das wäre schon mal n Anfang! =) LG Mari

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  3. Ich freue mich, dass ihr trotz polnischen Redeschwalls tolle Spielplatztage genießen konntet und mag direkt auch so ein Kleidchen für unser Babymädchen haben, herzallerliebst sieht sie aus, die kleine Fiona. Ich wäre wahrscheinlich bis heute nie auf die Idee gekommen, mal in Warschau zu urlauben, aber du hast mir direkt Lust gemacht, die Stadt und ihre Menschen ein bisschen kennenlernen zu wollen. Wer weiß, vielleicht fahren wir irgendwann demnächst mal nach Polen ...

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  4. Anonym9/10/2012

    Ich kann Viv nur zustimmen, Polen ist auf jeden Fall eine Reise wert! Wunderschön auch die polnische Ostseeküste, die Städte Gdansk und Sopot oder der Kurort Kolberg mit seinem besonderen Heilklima! Probiert unbedingt das polnische Essen - hohes Suchtpotential - leider!

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  5. Hallo Viv! Coole Seite, hab mich gleich angemeldet. Danke für Deinen Kommentar auf meinem Blog! Liebe Grüsse von Mama on the rocks

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  6. Hallo liebe Viv,

    auf welchem Blog gab es denn noch die Kürbissuppe zum Abendessen? ;) Heute war es aber auch so herbstlich-kalt und nach Suppe hier bei uns :)

    Die Tassen sind von Jamie Oliver, da gibt es ganz viele tolle. Schau mal hier: http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_ss_i_0_16?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Daps&field-keywords=jamie+oliver+tasse&sprefix=jamie+oliver+tas%2Caps%2C212

    Liebste Grüße,
    Hanna

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  7. Jaja Urlaub. Polen war ich urlaubstechnisch aber auch schon ewig nicht mehr. Ich hoffe wir können uns vor meinem Umzug nochmal treffen dann kann ich dir mal persönlich vom perfekten Urlaubsland berichten.

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